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„Kommen Sie rein, wir checken später!“ – Polizei spart Sicherheitsprüfungen

rachelmatthews7 (CC0), Pixabay
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Die Metropolitan Police hat offenbar ein neues Motto eingeführt: Vertrauen ist gut, Kontrolle stört nur den Zeitplan. Zwischen 2019 und 2023 wurden laut einem frisch veröffentlichten Bericht mehr als 5.000 Polizistinnen und Polizisten eingestellt – ganz ohne Sicherheitsüberprüfung. Offenbar galt: Wer eine Uniform findet, darf sie behalten.

Das Ergebnis: Dutzende Beamte fielen später durch Dienstverstöße und Straftaten auf. Zwei davon schafften es sogar ganz nach oben auf der Karriereleiter des Grauens – als verurteilte Serienvergewaltiger. Die Sicherheitslücke war also nicht nur ein kleines Schlupfloch, sondern eher ein offenes Scheunentor.

Warum man auf Überprüfungen verzichtete? Die Erklärung der Met klingt wie aus einem Management‑Handbuch: zu viel Einstellungsdruck. Frei nach dem Motto: Qualität ist gut – Quote ist besser. Offenbar wurde lieber schnell eingestellt als nachgefragt, wer da eigentlich Polizeimarke und Pistole bekommt.

Nach Veröffentlichung des Berichts zeigte sich das Innenministerium wenig amüsiert. Es kündigte eine „dringende, unabhängige Untersuchung“ der Einstellungs- und Kontrollpraxis an – vermutlich inklusive der Frage, ob Google‑Suchen inzwischen als Sicherheitscheck gelten.

Innenministerin Shabana Mahmood fand klare Worte: Der Verzicht auf Sicherheitsüberprüfungen sei eine klare Pflichtverletzung gewesen und habe die Sicherheit Londons gefährdet. Übersetzt ins Alltagsdeutsch: Vielleicht sollte man doch wissen, wen man bewaffnet durch die Stadt schickt.

Bleibt zu hoffen, dass die nächste Einstellungsrunde wieder nach dem alten Prinzip läuft: Erst prüfen – dann schützen.

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