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Klempner mit KI: Wie ChatGPT & Co. den Arbeitsalltag im Handwerk verändern

Peggy_Marco (CC0), Pixabay
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Früher trugen sie Werkzeugkoffer mit Rohrzangen, Teflonband und Dichtmaterial. Heute haben sie zusätzlich ein Tablet im Gepäck – samt ChatGPT. Die Rede ist nicht von Hightech-Ingenieuren, sondern von Installateuren und Heizungsbauern.

Bei Oak Creek Plumbing & Remodeling in Milwaukee (Wisconsin) nutzen rund 20 Handwerker künstliche Intelligenz (KI) im Arbeitsalltag: zur Erstellung von Rechnungen und Angeboten, zur Lösung technischer Probleme oder zur Kundenkommunikation. Alles, was die Monteure brauchen, ist ein Foto des Problems oder ein kurzer Text, und ChatGPT liefert Diagnosevorschläge und Lösungsideen.

„Einige unserer älteren Mitarbeiter sind regelrecht begeistert, wie präzise die Antworten von ChatGPT sein können“, sagt Geschäftsführer Dan Callies gegenüber CNN. Die Investition habe sich gelohnt.

KI als digitales Multitool im Blaumann

Nicht nur bei Oak Creek – überall im US-Handwerk greift KI um sich. Vom Klimaanlagenbauer bis zur Reinigungsfirma. Programme wie ChatGPT, Microsoft Copilot, ServiceTitan oder Housecall Pro ersetzen inzwischen Aufgaben, die früher Stunden oder sogar ganze Büroabteilungen beanspruchten.

Gulfshore Air Conditioning & Heating aus Florida geht noch weiter: Vom ersten Klick auf der Website bis zur Ankunft des Technikers verläuft alles vollautomatisch – ohne menschlichen Eingriff. Vor Ort hilft KI beim Durchsuchen technischer Handbücher, was früher mühsames Blättern in dicken Papierbergen bedeutete.

„Früher waren es fünf 60-seitige Handbücher, heute dauert es nur Sekunden“, erklärt Krista Landen, IT-Chefin des Unternehmens.


Zahlen, die zählen: KI bringt mehr Umsatz

Laut einer Umfrage von Housecall Pro unter 400 Handwerkern in Nordamerika:

  • Über 70 % haben bereits KI-Tools ausprobiert

  • Rund 40 % nutzen sie regelmäßig

  • Klempner geben am häufigsten an, dass KI ihr Geschäft vorangebracht hat

  • Reinigungsfirmen sind die größten KI-Nutzer

  • Elektriker sind am zufriedensten mit den Ergebnissen

Gulfshore verzeichnete nach Einführung einer KI-Marketinglösung binnen 30 Tagen einen Umsatzanstieg von 370.000 Dollar. Der durchschnittliche Umsatz pro Auftrag stieg um 150 Dollar – weil die Techniker dank automatisierter Büroarbeit mehr Zeit für Zusatzverkäufe und Beratung hatten.

„Das bedeutet auch bald mehr Gehalt für unsere Techniker“, so Landen.

KI statt Büro – aber (noch) nicht statt Mensch

Künstliche Intelligenz ersetzt derzeit vor allem Verwaltungsaufgaben – nicht das Handwerk selbst. Laut Arbeitsmarktexperten kann KI vor allem helfen, das Handwerk attraktiver zu machen, da es den ungeliebten Papierkram reduziert.

„Viele Leute wählen diesen Beruf, weil sie gerne praktisch arbeiten. Wenn der Papierkram durch KI wegfällt, ist das ein Gewinn für alle“, sagt Laura Ullrich, Arbeitsmarktökonomin bei Indeed.


Schulen rüsten um

Auch Bildungseinrichtungen ziehen nach. Laut Jason Altmire, Chef des US-Verbands für Berufsbildung, integrieren viele private Berufsschulen inzwischen KI in den Lehrplan – in enger Zusammenarbeit mit Arbeitgebern.

„Die Ausbildung soll nicht für Jobs von gestern vorbereiten, sondern für die von morgen“, betont Altmire.

Fazit: Blaumann trifft Byte – und profitiert

Obwohl manche Handwerker noch skeptisch sind, ist der Wandel kaum aufzuhalten. Die Vorteile sprechen für sich: weniger Stress, mehr Effizienz, höhere Umsätze – und ganz neue Möglichkeiten.

„Unsere Techniker arbeiten effizienter und sind weniger gestresst“, sagt Landen.
„Ich fühle mich ein bisschen wie bei den Jetsons – nur eben in echt.“

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