Nordkoreas regierende Arbeiterpartei hat Kim Jong Un erneut zu ihrem Generalsekretär gewählt. Die Entscheidung fiel am Sonntag auf dem Parteikongress in Pjöngjang, wie staatliche Medien berichteten. Angesichts der jahrzehntelangen Herrschaft der Kim-Dynastie kam die Wiederernennung wenig überraschend.
Laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA habe Nordkorea unter Kims Führung seine „Abschreckungsfähigkeit im Krieg grundlegend verbessert“, wobei die nuklearen Streitkräfte im Mittelpunkt stünden. Trotz langjähriger internationaler Sanktionen treibt das Land sein Atom- und Raketenprogramm weiter voran und testet regelmäßig verbotene Interkontinentalraketen. Aufgrund der strikten Abschottung des Regimes ist jedoch schwer einzuschätzen, wie weit die militärischen Fortschritte tatsächlich reichen.
Kim Jong Un übernahm nach dem Tod seines Vaters Kim Jong Il im Jahr 2011 die Führung des Landes. Seither hat er massiv in das Atomwaffenprogramm investiert und Nordkorea zu einer deutlich größeren sicherheitspolitischen Herausforderung für die USA und den Westen gemacht.
Beobachter erwarten, dass Kim im Verlauf des Parteikongresses die nächste Phase der Rüstungsstrategie vorstellen wird. Bereits vor Beginn der Tagung präsentierte Nordkorea nach eigenen Angaben neue, atomwaffenfähige Raketenwerfer.
Der Parteikongress, der in den vergangenen zehn Jahren im Fünfjahresrhythmus stattfand, begann am 19. Februar und dauert mehrere Tage. Laut KCNA nehmen rund 5.000 Parteimitglieder teil. Das Treffen gilt als wichtigstes politisches Ereignis des Landes und bietet seltene Einblicke in die Machtstrukturen des ansonsten stark abgeschotteten Staates.
Neben Kims Wiederernennung wurde auch das Präsidium der Partei, das Exekutivorgan, neu besetzt. Mehr als die Hälfte der 39 Mitglieder wurde seit dem letzten Kongress 2021 ausgetauscht.
In seiner Eröffnungsrede kündigte Kim an, die Wirtschaft des Landes stärken und den Lebensstandard der Bevölkerung verbessern zu wollen. Dies seien „schwere und dringende historische Aufgaben“.
Besondere Aufmerksamkeit gilt zudem Kims Tochter Ju Ae. Der südkoreanische Geheimdienst hatte zuletzt erklärt, sie sei offenbar als mögliche Nachfolgerin ausgewählt worden. Die etwa 13-Jährige tritt zunehmend bei offiziellen Anlässen an der Seite ihres Vaters auf, unter anderem bei Raketentests und Militärparaden.
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