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KI beantwortet jetzt alles – nur leider auch die Frage, wie sich das Internet selbst abschafft

Simon (CC0), Pixabay
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Früher war alles einfacher: Man tippte eine Frage bei Google ein, scrollte durch fünf dubiose Webseiten, klickte versehentlich auf Werbung für Anti-Schimmel-Spray und landete am Ende doch auf einem Rezeptblog, der einem in epischer Breite die Lebensgeschichte der Urgroßmutter erzählte, bevor man endlich zum Pfannkuchenrezept kam.

Heute? Heute macht die KI das schon.

Seit März liefert Google nicht nur Suchtreffer, sondern gleich eine hübsch zusammengefasste Antwort von der allwissenden KI direkt oben auf der Seite. Kein lästiges Klicken mehr! Kein nerviges Scrollen! Kein Internet mehr, wie wir es kennen!

Komfortabel für die Nutzer, tödlich für den Rest

Für uns faulheitsoptimierte Menschen natürlich genial: Die Antwort kommt sofort – ohne sich durch blinkende Cookie-Banner und Paywalls zu quälen. Für die Webseitenbetreiber allerdings so angenehm wie ein Zahnarztbesuch mit Bohrer ohne Betäubung. Denn wenn niemand mehr auf ihre Links klickt, gibt’s auch keine Werbeeinnahmen mehr. Und ohne Geld? Keine Inhalte. Ohne Inhalte? Keine KI-Antwort. Und ohne KI-Antwort? PANIK!

Kurz gesagt: Die KI sägt fleißig an dem Ast, auf dem sie selbst sitzt. Eine digitale Kannibalisierung in Echtzeit.

Die Klick-Krise ist real

Schon jetzt zeigt eine Analyse von Similarweb: Immer mehr Nutzer denken sich beim Suchergebnis offenbar: „Danke, KI, das reicht mir!“ – und ignorieren die Links darunter. In den USA ist der Traffic auf vielen Nachrichtenseiten regelrecht eingebrochen. Erste Kündigungen wurden bereits ausgesprochen – vermutlich per E-Mail, die eine KI formuliert hat.

Content-Ersteller verzweifelt – Verlage fordern Taschengeld vom Algorithmus

Verlage und Content-Seiten fragen sich nun: Warum überhaupt noch Inhalte produzieren, wenn die Maschine sie frisst, verdaut und ausgespuckt präsentiert – ohne dass jemand die Quelle besucht?

Die Buchbranche fordert deshalb ein System: Wer KI füttert, soll auch brav zahlen. „Kleckern ist vorbei – jetzt wird kassiert!“ ist das neue Motto. Immerhin hatte Meta ganz nonchalant bei der Piratenseite Library Genesis geklaut, um die hauseigene KI LLaMA zu trainieren. Da fragt man sich: Ist das noch Digitalisierung – oder schon literarische Wilderei?

Selbst Google ist nicht sicher

Ironie des digitalen Schicksals: Selbst Google steht unter Druck – von ChatGPT, dem cooleren, jüngeren Cousin, der einfach Antworten gibt, ohne nervige Links. Google reagiert panisch mit seiner eigenen KI-Antwort-Funktion – und stellt sich damit im Grunde selbst ein Bein.

Klar, mit cleveren Anzeigen auf der Suchseite kann Google erstmal noch Geld verdienen. Aber das Internet hat schon öfter gezeigt: Wer heute Marktführer ist, ist morgen Myspace.

Fazit:

Die KI weiß vielleicht, wie man ein Omelett macht, aber nicht, dass man dafür keine Hühnerfarm in Brand setzen sollte. Wenn niemand mehr Inhalte erstellt, wird die KI irgendwann nur noch sich selbst zitieren. Und dann googeln wir nach „Warum ist das Internet so doof geworden?“ – und bekommen als Antwort: „Weil Sie das wollten.“

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