Keine Strafe bringt einen ermordeten Menschen zurück
Ein Urteil ist gesprochen. Der Täter von Solingen wird sein Leben hinter Gittern verbringen – lebenslange Haft, besondere Schwere der Schuld, dazu Sicherungsverwahrung. Härter kann ein deutsches Gericht kaum urteilen. Und doch bleibt ein bitterer Beigeschmack:
Denn keine Strafe dieser Welt macht das Geschehene ungeschehen. Keine Strafe bringt einen ermordeten Menschen zurück.
Drei Menschen, die nur ein fröhliches Stadtfest besuchen wollten, wurden im August 2024 aus dem Leben gerissen. Acht weitere tragen schwere Verletzungen – körperlich, seelisch, viele wohl ein Leben lang. Familien sind zerbrochen, Kinder haben ihre Eltern verloren, Freunde ihre Vertrauten. Was bleibt, sind Leere und Wut, Trauer und ein Schmerz, der sich nicht in Worte fassen lässt.
Das Gericht hat die Schuld des Täters klar benannt: heimtückisch, aus niedrigen Beweggründen, im Namen einer menschenverachtenden Ideologie. Er ist ein Mörder – und er wird nie wieder frei sein. Doch für die Hinterbliebenen ist das Urteil nur ein schwacher Trost. Sie bekommen kein „Ende“ dieser Geschichte, kein Happy End, keine Rückkehr zur Normalität.
Die Tat von Solingen hat eine ganze Stadt erschüttert und eine Debatte über Sicherheit, Integration und Asylpolitik entfacht. All das mag wichtig sein, aber es darf nie den Blick verstellen: Hinter Zahlen und Schlagzeilen stehen echte Menschen. Opfer mit Namen, Gesichtern, Träumen.
Es ist gut, dass der Rechtsstaat Stärke gezeigt hat. Es ist gut, dass ein Mörder für immer weggesperrt wird. Aber heute bleibt vor allem eines: das Gedenken an die Opfer – und die Mahnung, dass Freiheit, Sicherheit und Menschlichkeit niemals selbstverständlich sind.
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