US-Präsident Donald Trump hat erklärt, er erwäge einen „begrenzten Militärschlag“ gegen den Iran, sollte es im Atomstreit keine Einigung geben. Auf Nachfrage von Journalisten sagte er lediglich, er ziehe eine solche Option in Betracht. Konkrete Details nannte er nicht. Zuvor hatte er Teheran eine Frist von zehn bis 15 Tagen gesetzt.
Doch die Vorstellung eines „begrenzten“ Militärschlags wirkt angesichts der Lage in der Region realitätsfern. Aus Teheran wird unmissverständlich signalisiert, dass ein Angriff nicht unbeantwortet bleiben würde. Der iranische Außenminister Abbas Araktschi wies ein US-Ultimatum zurück und sprach stattdessen von laufenden Gesprächen über ein mögliches Abkommen. Gleichzeitig betonen iranische Vertreter regelmäßig, dass jede militärische Aktion gegen das Land eine entschlossene Reaktion nach sich ziehen würde.
Ein Angriff – selbst wenn er als punktuell oder taktisch geplant wäre – würde in der Praxis kaum kontrollierbar bleiben. Der Iran verfügt über ein breites Arsenal an Raketen, Drohnen und regionalen Verbündeten. Militärische Einrichtungen der USA in der Region, die Straße von Hormus oder Partnerstaaten Washingtons könnten unmittelbar in den Fokus geraten. Auch asymmetrische Reaktionen über verbündete Milizen im Nahen Osten gelten als wahrscheinlich.
Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters sind die militärischen Planungen in Washington bereits weit fortgeschritten. Insider sprechen von Szenarien, die gezielte Tötungen innerhalb der iranischen Führung bis hin zu einem möglichen Regimewechsel umfassen könnten. Ein solcher Schritt würde jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit eine massive Gegenreaktion auslösen – politisch, militärisch und wirtschaftlich.
Die Annahme, man könne einen isolierten Militärschlag durchführen, ohne eine regionale Eskalation zu riskieren, wird von zahlreichen Sicherheitsexperten bezweifelt. Bereits frühere Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben gezeigt, wie schnell sich die Lage zuspitzen kann.
Damit steht fest: Ein Angriff auf den Iran wäre kaum „begrenzt“. Er würde eine Kettenreaktion auslösen – mit unabsehbaren Folgen für die gesamte Region und darüber hinaus. Die Alternative bleibt die Diplomatie. Doch der Spielraum dafür wird kleiner, je stärker militärische Optionen öffentlich in den Vordergrund rücken.
Kommentar hinterlassen