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Kasachstan votiert für Atomkraft: Referendum ebnet Weg für erstes AKW

ulleo (CC0), Pixabay
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In einem richtungsweisenden Referendum hat sich die Bevölkerung Kasachstans mit deutlicher Mehrheit für den Bau des ersten Atomkraftwerks (AKW) in der Geschichte des zentralasiatischen Landes ausgesprochen. Laut einer umfangreichen Nachwahlbefragung des renommierten Meinungsforschungsinstituts SOCIS-A, bei der rund 284.000 Personen befragt wurden, stimmten 69,8 Prozent der Teilnehmer für das Regierungsvorhaben.

Dieses Ergebnis, das kurz nach Schließung der Wahllokale veröffentlicht wurde, signalisiert eine breite Unterstützung für die Nuklearpolitik der kasachischen Regierung. Die offizielle Bestätigung durch die staatliche Wahlkommission steht noch aus; das vorläufige Abstimmungsergebnis wird im Laufe des Tages erwartet.

Das Referendum markiert einen Wendepunkt in der Energiepolitik Kasachstans, das bislang stark von fossilen Brennstoffen abhängig war. Als weltweit größter Uranproduzent verfügt das Land über beträchtliche Ressourcen für die Kernenergie, hat diese Option aber bisher nicht genutzt.

Hintergrund des Referendums:

  • Kasachstan strebt eine Diversifizierung seiner Energiequellen an, um die Abhängigkeit von Öl und Gas zu reduzieren.
  • Das Land hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt und sieht in der Kernkraft eine Möglichkeit, den CO2-Ausstoß zu senken.
  • Die Regierung argumentiert, dass ein AKW die Energiesicherheit erhöhen und neue Arbeitsplätze schaffen würde.

Kritiker des Projekts äußern jedoch Bedenken hinsichtlich der Sicherheit, der Entsorgung radioaktiver Abfälle und der hohen Kosten für den Bau und Betrieb eines AKWs. Sie verweisen auch auf das Potenzial erneuerbarer Energien in dem rohstoffreichen Land.

Internationale Reaktionen:

  • Russland, ein wichtiger strategischer Partner Kasachstans, hat bereits Interesse bekundet, beim Bau des AKWs zu kooperieren.
  • Umweltorganisationen wie Greenpeace haben das Referendum kritisiert und warnen vor den langfristigen Risiken der Kernenergie.

Die Umsetzung des Projekts wird voraussichtlich mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Experten gehen davon aus, dass der Bau des ersten kasachischen AKWs frühestens in 5-7 Jahren abgeschlossen sein könnte.

Das Referendum und sein Ausgang werden als Test für die demokratischen Prozesse in Kasachstan gesehen, das in der Vergangenheit oft für mangelnde politische Freiheiten kritisiert wurde. Die hohe Wahlbeteiligung und die transparente Durchführung der Abstimmung könnten als positives Signal für die politische Entwicklung des Landes gewertet werden.

Die kasachische Regierung steht nun vor der Herausforderung, das Projekt unter Berücksichtigung internationaler Sicherheitsstandards und im Dialog mit der Bevölkerung umzusetzen.

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