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Kanadische Popsängerin Tate McRae erntet Spott, weil sie plötzlich „Team USA“ anfeuert

Peggy_Marco (CC0), Pixabay
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Eigentlich kommt Tate McRae aus Calgary, Alberta – doch aktuell fragen sich viele Kanadier, ob sie ihren Pass versehentlich im amerikanischen Tourbus liegen gelassen hat. Die 22-jährige Popsängerin steht nämlich im Mittelpunkt eines kleinen Shitstorms, nachdem sie in einem Werbevideo für Team USA im Vorfeld der Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo aufgetreten ist.

In dem NBC-Clip wirkt McRae etwas orientierungslos und fragt eine computeranimierte weiße Eule nach dem Weg nach Mailand – schließlich wolle sie dort das US-Team bei der Eröffnungsfeier treffen. Für viele Kanadier war das offenbar ein emotionaler Schlag unter die Ahornblatt-Gürtellinie.

Auf Social Media hagelte es Kritik: Das Video sei „zum Wütendwerden“, fanden einige. Andere gingen noch weiter und sprachen dramatisch von „Landesverrat“. Schließlich wurde McRae in Calgary geboren, ging dort zur Schule – auch wenn ihre Musikkarriere mittlerweile klar in den USA stattfindet.

Um die Gemüter zu beruhigen, meldete sich McRae auf Instagram zu Wort und postete ein Kinderfoto von sich mit kanadischer Flagge. Die Botschaft dazu: „Ihr wisst doch, ich bin kanadisch – immer noch.“ Sinngemäß: Ahornsirup im Herzen, auch wenn der Wohnsitz in L.A. ist.

Der Aufruhr kommt zu einem ohnehin empfindlichen Zeitpunkt: Die politischen Spannungen zwischen Kanada und den USA sind hoch, nachdem US-Präsident Donald Trump Strafzölle verhängt und Kanada mehrfach als „51. Bundesstaat“ bezeichnet hatte. Die Folge: wachsender Patriotismus, Boykotte von US-Produkten – und jetzt eben Empörung über olympische Werbespots.

Nebenbei wirbt McRae in dem Clip auch noch für den kommenden Super Bowl zwischen den Seattle Seahawks und den New England Patriots. Mehr USA ging kaum. NBC nutzte das Video, um sowohl die Olympia-Eröffnungsfeier als auch die eigene Sportberichterstattung zu bewerben – untermalt von McRaes Song Nobody’s Girl. Ironisch? Vielleicht ein bisschen.

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Ein kanadischer Sportjournalist schrieb enttäuscht, es mache ihn „ein bisschen traurig“, McRae für Team USA und nicht für Kanada zu sehen. Eine Kulturjournalistin fragte öffentlich, ob Tate McRae eigentlich noch wisse, dass sie aus dem „Great White North“ stammt.

Doch nicht alle nahmen es krumm. Ein Nutzer aus Alberta sah darin sogar einen kulturellen Sieg: Die USA hätten offenbar eine Kanadierin gebraucht, um sich selbst zu verkaufen. Touché.

McRae wurde erstmals bekannt durch die US-Show So You Think You Can Dance, bevor sie zur Musik wechselte. Spätestens mit ihrem Album So Close to What, das 2024 Platz eins der Billboard-Charts eroberte, wurde sie zum internationalen Star. Trotz allem betont sie immer wieder ihre Liebe zu Kanada – inklusive Eishockey und regelmäßigen Auftritten bei Spielen der Calgary Flames.

Ganz widerspruchsfrei ist das Bild allerdings nicht: Bei einem Konzert sagte sie letztes Jahr, Kanada fühle sich für sie „irgendwie nicht mehr wie Zuhause“ an. Calgary sei weniger „heimelig“ als Los Angeles. Autsch.

Übrigens: McRae ist nicht die einzige Nicht-Amerikanerin, die für Team USA wirbt. In einem weiteren NBC-Spot taucht auch Dua Lipa auf – Britin, wohlgemerkt – und feuert fröhlich amerikanische Wintersportstars an. Offenbar gilt bei NBC: Hauptsache international, solange es patriotisch wirkt.

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