Während in den USA weiterhin über die Abschaffung der Zeitumstellung diskutiert wird, hat eine große kanadische Provinz bereits eine Entscheidung getroffen: British Columbia will künftig dauerhaft bei der Sommerzeit bleiben.
Letzte Zeitumstellung im März
Mehr als 5,6 Millionen Menschen in der kanadischen Provinz werden im März ihre Uhren zum letzten Mal vorstellen. Danach soll die Zeit nicht mehr im Herbst zurückgestellt werden.
Die Provinzregierung erklärte, dass die Entscheidung unter anderem auf die Wünsche der Bevölkerung zurückgeht. Bereits 2019 sprachen sich in einer Umfrage rund 93 Prozent der Teilnehmer für eine dauerhafte Sommerzeit aus.
Gründe für die Änderung
Die Regierung von British Columbia nennt mehrere Vorteile der neuen Regelung:
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bessere Gesundheit und Schlafrhythmen
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weniger Alltagsstörungen für Familien
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einfachere Terminplanung
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mehr Tageslicht am Abend im Winter
Nach der Zeitumstellung im März haben Bewohner und Unternehmen etwa acht Monate Zeit, sich auf die neue Regelung vorzubereiten. Am 1. November, wenn normalerweise wieder auf Winterzeit umgestellt würde, bleibt die Uhr diesmal unverändert.
Verhältnis zu den USA spielt eine Rolle
Die Provinz hatte lange gewartet, weil sie ihre Zeitzone bisher mit den US-Bundesstaaten an der Westküste abgestimmt hatte.
Nun deutete die Regierung jedoch an, dass sich die politische Lage in den USA verändert habe. Man wolle Entscheidungen künftig stärker an den Bedürfnissen der eigenen Bevölkerung orientieren.
USA diskutieren weiterhin
Auch in den Vereinigten Staaten wächst der Wunsch, die Zeitumstellung abzuschaffen. Laut einer Gallup-Umfrage von 2025 möchten 54 Prozent der Amerikaner die zweimal jährliche Umstellung beenden.
Trotzdem ist eine Änderung schwierig. Einzelne Bundesstaaten dürfen keine dauerhafte Sommerzeit einführen, solange der US-Kongress kein entsprechendes Gesetz verabschiedet.
Der sogenannte Sunshine Protection Act, der die Sommerzeit dauerhaft machen würde, wurde zwar bereits im Senat verabschiedet, scheiterte jedoch bisher im Repräsentantenhaus.
Derzeit haben 18 Bundesstaaten Gesetze vorbereitet, die eine dauerhafte Sommerzeit einführen würden – allerdings nur, wenn der Kongress dies erlaubt.
Wissenschaftler sehen Zeitumstellung kritisch
Viele Experten halten die regelmäßige Zeitumstellung für gesundheitlich problematisch. Sie kann den biologischen Rhythmus des Körpers stören.
Studien zeigen beispielsweise:
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Nach der Umstellung im Frühjahr steigt die Zahl der Autounfälle um etwa 6 Prozent.
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Auch Herzinfarkte treten in dieser Zeit häufiger auf.
Wissenschaftler betonen jedoch, dass aus medizinischer Sicht dauerhafte Standardzeit – also Winterzeit – am besten für den menschlichen Körper wäre.
Politische Entscheidung steht noch aus
US-Präsident Donald Trump hat sich in der Vergangenheit grundsätzlich offen für ein Ende der Zeitumstellung gezeigt, bezeichnete das Thema aber auch als „50-50-Frage“, bei der die Meinungen stark auseinandergehen.
Während Kanada nun konkrete Schritte unternimmt, bleibt in den USA weiterhin offen, ob und wann die Zeitumstellung endgültig abgeschafft wird.
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