Kalifornien gilt als uneinnehmbare Bastion der Demokraten. Doch ausgerechnet hier könnte sich 2026 ein politisches Szenario entwickeln, das noch vor wenigen Monaten kaum jemand für möglich gehalten hätte: Zwei Republikaner – und kein einziger Demokrat – im Finale um das Gouverneursamt.
Das Problem heißt: zu viele Demokraten
Der Grund ist hausgemacht. Gleich acht demokratische Kandidaten konkurrieren um Stimmen – und zerlegen damit ihr eigenes Lager. Während sich das liberale Wählerfeld zersplittert, treten die Republikaner geschlossen auf.
In Umfragen liegen deshalb ausgerechnet zwei konservative Kandidaten vorne: der frühere TV-Moderator Steve Hilton und der Sheriff Chad Bianco. Beide kommen jeweils auf rund 16 bis 17 Prozent.
Die stärksten Demokraten – darunter Eric Swalwell und Katie Porter – bleiben dahinter.
Das „Dschungel“-System als Risiko
Möglich wird dieses Szenario durch Kaliforniens besonderes Wahlsystem: In der Vorwahl kommen die zwei bestplatzierten Kandidaten weiter – unabhängig von ihrer Partei.
Heißt konkret: Wenn sich die demokratischen Stimmen weiter verteilen, könnten am Ende tatsächlich zwei Republikaner in die Stichwahl einziehen. Für die Demokraten wäre das ein politischer Super-GAU im eigenen Kernland.
Ratlose Wähler, fehlende Führung
Viele Wähler wissen offenbar selbst nicht, wen sie wählen sollen. Umfragen zeigen: Ein erheblicher Teil ist unentschlossen oder kennt die Kandidaten kaum.
Ein zentrales Problem: Gouverneur Gavin Newsom hält sich auffällig zurück. Er unterstützt keinen Kandidaten – wohl auch mit Blick auf eigene Ambitionen im Präsidentschaftswahlkampf 2028.
Doch genau diese Neutralität könnte sich rächen. Ohne klare Linie fehlt den Demokraten Orientierung – und ein gemeinsamer Kandidat.
Republikaner wittern ihre Chance
Im republikanischen Lager wächst dagegen die Zuversicht. Unterstützer sprechen offen von einer „einmaligen Gelegenheit“, Kalifornien politisch zu drehen.
Ein solcher Machtwechsel hätte Signalwirkung weit über den Bundesstaat hinaus – gerade in Zeiten, in denen nationale Mehrheiten hart umkämpft sind.
Noch ist nichts entschieden
Experten warnen allerdings davor, das Rennen vorschnell abzuschreiben. Je näher die Wahl rückt, desto größer dürfte der Druck auf schwächere demokratische Kandidaten werden, zurückzuziehen.
Auch Geld, Bekanntheit und Mobilisierung könnten das Blatt noch wenden.
Fazit
Kalifornien erlebt einen seltenen Moment politischer Unsicherheit. Nicht, weil die Republikaner plötzlich stark geworden wären – sondern weil die Demokraten es bislang nicht schaffen, sich zu einigen.
Oder anders gesagt: Der größte Gegner der Demokraten ist derzeit – die eigene Vielfalt.
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