Europa wird derzeit von einer extremen Kältewelle heimgesucht. In Oberösterreich wurden minus 27,9 Grad Celsius gemessen – einer der tiefsten Werte dieses Winters. Auch Deutschland und Italien sind stark betroffen, vielerorts bleiben Schulen geschlossen.
In Deutschland führte Sturmtief „Elli“ zu heftigen Schneefällen, insbesondere in Niedersachsen, Hamburg, Bremen und Teilen Schleswig-Holsteins. Hunderttausende Schüler bleiben am Freitag zu Hause – viele Schulbusse können nicht fahren. In einigen Regionen gibt es Notbetreuung oder Distanzunterricht.
Auch Unternehmen reagieren: Volkswagen stoppt am Freitag die Produktion im Werk Emden. Die Deutsche Bahn reduzierte den Fernverkehr in Norddeutschland, es kommt zu Verspätungen und Ausfällen. Mehrere Fährverbindungen zu den Ostfriesischen Inseln wurden ebenfalls gestrichen.
Auf den deutschen Flughäfen sind erhebliche Einschränkungen zu erwarten. In Frankfurt sind 25 Enteisungsfahrzeuge im Einsatz, Berlin warnt vor Verspätungen und Flugausfällen. Hamburg meldete bereits erste Streichungen. München setzt rund 180 Winterdienstfahrzeuge ein.
Verkehrsminister Patrick Schnieder rief zur Vorsicht auf: „Verzichten Sie auf alles, was nicht unbedingt notwendig ist.“ Der Deutsche Wetterdienst warnt für den Norden vor Schneeverwehungen, im Süden droht gefrierender Regen.
Auch Italien ist betroffen: In Siena (Toskana) blieben die Schulen wegen Schneefalls geschlossen. In Südtirol wurden minus 19 Grad gemessen. In mehreren Regionen kam es zu Hunderten Feuerwehreinsätzen, in Apulien und auf Sardinien fielen ebenfalls Schulen und öffentliche Einrichtungen aus.
Die Kältewelle trifft auch weitere europäische Länder: In Schottland blieben viele Schulen bereits den vierten Tag in Folge zu. Frankreich rief in 27 Départements Unwetterwarnungen aus, im Ärmelkanalgebiet wurde sogar die höchste Warnstufe aktiviert.
In Rumänien sind rund 11.000 Haushalte ohne Strom, auch in Serbien gab es Stromausfälle. Der Südosten Bulgariens kämpft unterdessen mit Überschwemmungen nach starken Regenfällen.
Meteorologen sprechen von einer „extremen Wetterlage“, die Europa wohl noch einige Tage beschäftigen wird.
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