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Johannesburg

mzgiaconte (CC0), Pixabay
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Johannesburg, einst als eine der gefährlichsten Städte der Welt bekannt, erlebt eine bemerkenswerte Transformation. Ein Symbol dieser Veränderung ist das berühmte Ponte Tower-Gebäude im Stadtteil Hillbrow.

Vom Abgrund zur Hoffnung

Der 1975 erbaute und fast 200 Meter hohe Ponte Tower war lange Zeit das höchste Wohngebäude Afrikas. Doch in den 1980er-Jahren verfiel es und wurde von kriminellen Banden übernommen. Ohne funktionierende Versorgungsinfrastruktur füllte sich der hohle Kern des Turms mit Abfall – Berichten zufolge erreichte der Müll eine Höhe von bis zu 50 Metern.

„Das Gebäude wurde gekapert. Es gab keine Versorgungsleistungen mehr, und die Leute warfen ihren Müll einfach in das Innere des Gebäudes – bis zum 14. Stockwerk“, berichtet Delight Sithole, der heute Führungen durch den Turm anbietet. Neben Müll fanden sich dort auch illegale Waffen, Drogen und sogar Leichen.

Doch vor etwa 15 Jahren begann ein Wandel. Nach der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika kehrten Menschen langsam in das Gebäude zurück. Heute ist es zu etwa drei Vierteln bewohnt.

Herausforderungen bleiben

Trotz positiver Entwicklungen kämpft Johannesburg weiterhin mit großen Problemen. Die jahrelangen Stromausfälle, bekannt als Load-Shedding, wurden vor fast einem Jahr beendet, doch nun droht eine Wasserkrise, die viele Haushalte ohne Versorgung lässt.

Ein weiteres großes Problem sind sogenannte „gehijackte“ Gebäude – leerstehende Wohnkomplexe, die von kriminellen Gruppen besetzt und an Bedürftige vermietet werden. Eine tragische Folge dieser Zustände war der verheerende Brand im Central Business District im Winter 2023, bei dem fast 80 Menschen ums Leben kamen.

Neue Investitionen bringen Hoffnung

Trotz dieser Herausforderungen erlebt Johannesburg einen wirtschaftlichen Aufschwung. Eine Schlüsselrolle spielt dabei das Immobilienunternehmen Ithemba – ein Name, der auf Zulu „Hoffnung“ bedeutet.

Ein Vorzeigeprojekt ist das Wohnviertel Jewel City, einst ein heruntergekommenes Diamantenviertel, das nun neuen Glanz erfährt. Alan Tait, ein leitender Manager von Ithemba, berichtet von enormer Nachfrage: „Der Wunsch, im Stadtzentrum zu leben, ist riesig. Aktuell vermieten wir 7.200 Wohnungen, und diese Zahl soll sich in den nächsten zwei Jahren verdoppeln.“

Initiativen für eine bessere Zukunft

Auch Organisationen wie JoziMyJozi setzen sich für die Verbesserung der Stadt ein. Eines ihrer ersten Projekte war die Beleuchtung des Nelson-Mandela-Brücke, um die Sicherheit in der Umgebung zu erhöhen.

„Unser Ziel ist es, den Menschen Hoffnung zurückzugeben“, sagt Bea Swanepoel, CEO von JoziMyJozi. „Wir wollen sichtbare Verbesserungen schaffen, damit die Einwohner Johannesburgs sehen, dass es einen Weg nach vorne gibt – hin zu einer sicheren und florierenden Stadt.“

Zu den weiteren Initiativen gehören das Gateway Project, das sich um die Sanierung der wichtigsten Einfallstraßen der Stadt kümmert, sowie Maßnahmen gegen Obdachlosigkeit und für bessere Bildung.

Ein neues Johannesburg?

Kann Johannesburg eines Tages mit Metropolen wie London, Paris oder New York verglichen werden?

„Das ist unser Ziel“, so Swanepoel. „Es gibt noch viel zu tun, aber es ist nicht unmöglich.“

Mit der bevorstehenden Ausrichtung des G20-Gipfels wird Johannesburg 2025 erneut im globalen Rampenlicht stehen – eine Chance, die das neue Johannesburg nutzen will.

Ob der Wandel gelingt? Sifiso Zikhali von Dlala Nje ist zuversichtlich: „Ja, wir schaffen das. Johannesburg ist unsere Stadt, und egal welche Herausforderungen wir haben – am Ende müssen wir Lösungen finden.“

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