Schnell und einfach Geld verdienen – mit diesem Versprechen locken Betrüger derzeit zahlreiche Menschen über Telegram in ihre Falle. Unbekannte fügen Nutzer ungefragt Chatgruppen hinzu und verbreiten dort vermeintliche Jobangebote mit hohen Tagesverdiensten. Eine Betroffene aus Sachsen-Anhalt berichtet von ihrer Erfahrung, um andere zu warnen.
Die Masche ist immer ähnlich: In Telegram-Gruppen tauchen Anzeigen auf, die Einkommen von mehreren Hundert Euro pro Tag versprechen – für angeblich einfache Tätigkeiten im Internet. Die Täter sprechen gezielt Menschen an, die sich einen Nebenverdienst erhoffen. Laut Polizei setzen die Betrüger dabei auf psychologische Tricks und ein schrittweises Vorgehen.
Zu Beginn erhalten Interessierte kleine Aufgaben, etwa das Folgen von Social-Media-Kanälen. Für diese Tätigkeiten werden geringe Beträge ausgezahlt, oft tatsächlich und sehr schnell. Dadurch entsteht Vertrauen. Mit jeder erledigten Aufgabe steigen angeblich Status und Verdienstmöglichkeiten. Das Risikogefühl sinkt, während die Motivation wächst.
In einem nächsten Schritt werden die Opfer aufgefordert, selbst Geld einzusetzen. Sie sollen Produkte kaufen oder Geld überweisen, um angebliche Investitionen auszulösen. Anfangs fließen die Beträge teilweise zurück – inklusive vermeintlicher Gewinne. Später werden höhere Einsätze verlangt, häufig innerhalb kleiner Gruppen. Dort entsteht sozialer Druck: Eine Auszahlung soll erst erfolgen, wenn alle Gruppenmitglieder mitziehen.
Am Ende bleibt für viele Betroffene ein hoher finanzieller Schaden. Sobald größere Beträge gefordert werden, bricht der Kontakt ab – das investierte Geld ist verloren. Besonders problematisch: Wer Geld weiterleitet oder Konten zur Verfügung stellt, kann selbst ins Visier strafrechtlicher Ermittlungen geraten. In vielen Fällen steht der Verdacht der Geldwäsche im Raum, da die weitergeleiteten Beträge häufig aus anderen Betrugstaten stammen.
Seien Sie misstrauisch bei Jobangeboten über Messenger-Dienste
Unrealistisch hohe Verdienste für einfache Tätigkeiten sind ein Warnsignal
Geben Sie keine persönlichen Daten, Kontoinformationen oder Ausweiskopien weiter
Investitionen sind kein Job – seriöse Arbeitgeber verlangen kein Geld
Werden Sie ungefragt zu Gruppen hinzugefügt: sofort verlassen
Im Verdachtsfall Anzeige bei der Polizei erstatten
Wer frühzeitig skeptisch bleibt und sich informiert, kann sich vor hohen Verlusten schützen.
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