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„Jetzt nicht in Panik verfallen – aber schnell handeln!“

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Rechtsanwalt Niklas Linnemann im Interview zu den aktuellen BaFin-Warnungen und was betroffene Anleger tun können

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat heute gleich mehrere Warnungen vor dubiosen Anbietern veröffentlicht. Im Visier: Websites wie glenfordcap.com, walensag.com, deumarket.com und weitere, auf denen angeblich seriöse Finanzprodukte – darunter Festgeld oder Kryptoanlagen – beworben werden. Doch die Anbieter verfügen über keine Erlaubnis und operieren teilweise mit gestohlenen Identitäten. Was bedeutet das für Anleger? Und wie sollten Betroffene jetzt reagieren? Wir sprechen mit Rechtsanwalt Niklas Linnemann, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht.

Herr Linnemann, die BaFin warnt heute gleich vor mehreren unseriösen Websites. Was ist da los?

Wir sehen hier eine massive Zunahme sogenannter unerlaubter Finanzdienstleistungen im Internet – oft sehr professionell gestaltet. Die betroffenen Seiten wie glenfordcap.com oder festgeldtipps.com versprechen hohe Zinsen, einfache Abläufe, oft unter dem Deckmantel bekannter Banken oder Finanzdienstleister – alles Fassade. Tatsächlich handelt es sich um Anbieter ohne Lizenz. Anleger laufen Gefahr, ihr Geld an nicht greifbare Betrüger zu verlieren.

Was sollten Anleger tun, die dort bereits investiert haben oder Kontakt hatten?

Sofortige Reaktion ist entscheidend. Ich empfehle:

  1. Zahlungen stoppen, falls möglich – insbesondere bei SEPA-Überweisungen über Banken.

  2. Beweise sichern – Screenshots der Website, E-Mails, Überweisungsbelege.

  3. Kontakt zur Hausbank aufnehmen – evtl. kann eine Rückholung versucht werden.

  4. Anzeige bei der Polizei erstatten – idealerweise über die zentrale Meldestelle für Cybercrime.

  5. Rechtsberatung in Anspruch nehmen – auch um weitere rechtliche Schritte gegen Zahlungsdienstleister oder Vermittler zu prüfen.

Ist das Geld in solchen Fällen komplett verloren?

Das hängt vom Einzelfall ab. In manchen Fällen gelingt es, über die Rückabwicklung über Zahlungsdienstleister oder durch Schadenersatzklagen noch Gelder zurückzuholen – vor allem, wenn Banken oder Plattformen ihre Sorgfaltspflichten verletzt haben. Leider verschwinden die Drahtzieher oft im Ausland.

Warum warnt die BaFin jetzt so massiv?

Weil sich die Betrugsmaschen häufen und immer raffinierter werden – gerade im Festgeldbereich, wo viele Verbraucher auf der Suche nach sicheren Anlagen sind. Die Täter missbrauchen oft Namen bekannter Banken oder erschaffen täuschend echte Vergleichsportale.

Was raten Sie Anlegern generell?

Misstrauen Sie unaufgeforderten Angeboten, vor allem wenn ungewöhnlich hohe Zinsen versprochen werden. Prüfen Sie jeden Anbieter bei der BaFin – dafür gibt es das Unternehmensregister online. Und: Lassen Sie sich bei Unsicherheiten lieber einmal mehr rechtlich beraten, bevor Sie investieren.

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