JD Vance, Vizepräsident der Vereinigten Staaten und politischer Quereinsteiger mit Bestseller-Vergangenheit, hat sich in einem exklusiven Interview mit USA TODAY bereit erklärt, das Präsidentenamt zu übernehmen – sollte es denn mal nötig werden. Natürlich rein hypothetisch. Niemand misst Gardinen aus, betont Vance – er habe sich nur beim ersten Besuch im Oval Office über die „dunkel und düsteren“ Vorhänge gewundert. Ein reines Stilproblem also, kein Machtanspruch.
„Ich habe in den letzten 200 Tagen eine ziemlich gute Ausbildung bekommen“, erklärte Vance mit jugendlicher Gelassenheit – als würde es sich beim mächtigsten Amt der Welt um ein Management-Praktikum mit Aufstiegschancen handeln.
Und warum auch nicht? Sein Chef, Präsident Donald Trump, ist zwar 78, aber laut Vance „bei unglaublich guter Gesundheit“ und „voller Energie“. Trump sei schließlich der Erste, der morgens telefoniere, und der Letzte, der abends noch Anrufe tätige. Offen bleibt, wer genau diese Anrufe entgegennehmen muss – und ob sie immer den Bezug zur Realität halten.
Natürlich steht Trumps Gesundheit weiterhin im Zentrum öffentlicher Neugier. Besonders seit bekannt wurde, dass er an einer chronischen Veneninsuffizienz leidet – laut Weißem Hausarzt nichts Dramatisches, eher das Resultat „häufigen Händeschüttelns“. Ein medizinischer Euphemismus für: „Er steht halt viel rum.“
Dass Trump im Wahlkampf gleich zwei Attentatsversuche überlebte – einer davon mit einer Schussverletzung am Ohr – tut der Inszenierung des unerschütterlichen Kämpfers keinen Abbruch. Im Gegenteil: Der Mann trägt Pflaster wie andere Leute Designeruhren.
Vance, der inzwischen in Interviews genauso routiniert wie berechnend wirkt, gab sich kämpferisch optimistisch: Der Präsident sei fit und werde seine Amtszeit mit Bravour durchziehen. Aber, sollte doch der unwahrscheinliche Fall einer „furchtbaren Tragödie“ eintreten, sei er selbstverständlich vorbereitet. „Besseres On-the-Job-Training als die letzten 200 Tage gibt es nicht“, so Vance. Vielleicht fehlt nur noch der passende Schlüssel zum Westflügel – oder ein Stoffmuster für neue Vorhänge.
Der Vizepräsident sprach übrigens auch über sein öffentliches Wortgefecht mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj, die Verlobung von Taylor Swift und Travis Kelce (wichtig für die NATO, irgendwie), sowie Trumps Versuche, unliebsame Mitglieder der US-Notenbank loszuwerden. Es bleibt also spannend in Washington – vor allem, wenn man nicht weiß, ob man einem Präsidenten oder seiner Dauervorbereitung auf den Thron zuhört.
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