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Jaguar Land Rover nimmt IT-Systeme nach Cyberangriff schrittweise wieder in Betrieb

dwphoto (CC0), Pixabay
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Der britische Autobauer Jaguar Land Rover (JLR) hat begonnen, nach einem schwerwiegenden Cyberangriff im August Teile seiner IT-Systeme schrittweise wieder hochzufahren. Die Produktion an den drei großen Standorten in Solihull, Wolverhampton und Halewood bleibt allerdings bis mindestens nächsten Monat ausgesetzt.

Das Unternehmen teilte mit, dass es inzwischen über eine erhöhte Verarbeitungskapazität für Rechnungen verfüge und derzeit an der Abarbeitung eines Rückstaus bei Zahlungen an Zulieferer arbeite. Das IT-System für den Fahrzeugverkauf und die Registrierung laufe wieder, was laut JLR „wichtige Liquidität“ freisetze.

Lieferketten unter Druck – Regierung plant Hilfen

Die Lage bringt vor allem kleinere Zulieferbetriebe in akute Bedrängnis. Rund 100.000 Arbeitsplätze hängen indirekt von JLRs Produktionsketten ab. Einige Firmen produzieren ausschließlich für den Hersteller und bangen angesichts der anhaltenden Stillstände um ihre Existenz.

Premierminister Keir Starmer erklärte, die Regierung arbeite „rund um die Uhr“ an einem Hilfspaket, auch wenn konkrete Maßnahmen bislang ausstehen. „Die Situation ist dringend. Viele dieser Unternehmen geraten völlig unverschuldet in Schwierigkeiten“, sagte Starmer gegenüber der BBC.

Laut BBC gibt es Überlegungen, dass die Regierung vorübergehend Teile von Zulieferern aufkauft, um deren Liquidität zu sichern. Die Umsetzung wäre allerdings komplex – JLRs „Just-in-Time“-Produktion erfordert präzise Koordination. Auch staatlich besicherte Kredite sind im Gespräch, werden von betroffenen Unternehmen jedoch kritisch gesehen.

Gewerkschaften fordern Unterstützung – Regierung lehnt Lohnsubvention ab

Gewerkschaften fordern ein Hilfsprogramm nach Vorbild der Corona-Kurzarbeit. Die Regierung lehnt dies laut BBC-Quellen jedoch wegen der Kosten ab.

Der Industrie-Staatssekretär Chris McDonald bezeichnete die Wiederaufnahme der IT-Systeme als „willkommenen Fortschritt“, betonte aber, dass die Versorgungssicherheit in der Lieferkette weiterhin gefährdet sei. Liam Byrne, Vorsitzender des parlamentarischen Wirtschaftsausschusses, warnte in einem Brief an Finanzministerin Rachel Reeves, dass manche Zulieferer nur noch „wenige Wochen“ überlebensfähig seien.

JLR, im Besitz des indischen Konzerns Tata Motors, produziert normalerweise rund 1.000 Fahrzeuge täglich. Seit dem 1. September sind zehntausende Beschäftigte nach Hause geschickt worden – ein konkreter Rückkehrtermin wurde bislang nicht genannt.

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