Müsli gehört für viele zum Alltag – ob als schnelles Frühstück, nächtlicher Snack oder Kindheitserinnerung. Neben Geschmack und Bequemlichkeit wird es häufig auch als gesunde Wahl beworben. Doch wie viel davon ist Werbung – und was ist wissenschaftlich fundiert?
Was ist „angereichertes“ Müsli?
Angereichertes Müsli ist Getreide, dem während der Herstellung gezielt Vitamine und Mineralstoffe zugefügt werden – meist in Pulverform nach dem Backprozess. Ziel ist es, den Nährwert zu erhöhen, insbesondere weil durch industrielle Verarbeitung viele natürliche Inhaltsstoffe verloren gehen.
Die Praxis der Anreicherung begann in den USA im frühen 20. Jahrhundert, als man Mangelernährung als Ursache zahlreicher Krankheiten erkannte. In den 1940er-Jahren wurde beispielsweise Mehl mit B-Vitaminen und Eisen angereichert, was Krankheiten wie Pellagra oder bestimmte Formen der Anämie deutlich reduzierte. Müsli wurde wegen seiner weiten Verbreitung schnell als ideales Trägermedium genutzt.
Heute enthalten viele Cerealien – insbesondere solche für Kinder – zusätzliche Mengen an Eisen, Folsäure sowie B-Vitamine wie Thiamin, Riboflavin und Niacin. Allerdings ist die Anreicherung freiwillig und wird nur auf Sicherheit und korrekte Kennzeichnung hin kontrolliert.
Welche Vorteile bietet angereichertes Müsli?
Müslis auf Vollkornbasis bieten von Natur aus viele Vorteile: Ballaststoffe für eine gute Verdauung, Magnesium, Selen und B-Vitamine zur Unterstützung des Stoffwechsels und der Herzgesundheit.
Angereicherte Sorten gehen darüber hinaus:
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Eisen unterstützt den Sauerstofftransport im Blut – wichtig vor allem für Frauen und Kinder.
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B-Vitamine (z. B. B6, B12, Folsäure) fördern die Nervenfunktion, den Energiestoffwechsel und die Bildung roter Blutkörperchen.
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Vitamin A stärkt das Immunsystem und das Sehvermögen.
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Zink verbessert die Wundheilung.
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Vitamin D & Kalzium sind wichtig für starke Knochen und Zähne.
Ist täglicher Konsum empfehlenswert?
Trotz dieser Vorteile ist Vorsicht geboten: Viele Müslis enthalten erhebliche Mengen an Zucker – bis zu 42 % des empfohlenen Tageslimits in nur einer Tasse. Auch sind Portionsangaben oft kleiner als das, was realistisch verzehrt wird.
Zudem gilt: „Angereichert“ heißt nicht automatisch „gesund“. Manche Sorten enthalten kaum Ballaststoffe oder bestehen aus stark verarbeiteten Zutaten.
Tipp der Experten:
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Auf Produkte mit Vollkorn als Hauptzutat achten
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Mindestens 3–5 g Ballaststoffe pro Portion
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Mit Obst oder eiweißreichen Lebensmitteln wie Milch, Joghurt oder Nüssen kombinieren – das macht satt und gleicht Nährstofflücken aus
Fazit
Angereichertes Müsli kann, richtig ausgewählt, ein wertvoller Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein. Doch auch hier gilt: Etiketten lesen, Zucker meiden, auf Ballaststoffe achten – und nicht blind auf Werbeversprechen vertrauen.
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