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: Israel kündigt weitere Angriffe im Iran an – diplomatische Spannungen wachsen

jorono (CC0), Pixabay
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Der Krieg zwischen dem Iran, Israel und den USA spitzt sich weiter zu. Israels Militärsprecher Effie Defrin erklärte, dass es im Iran weiterhin „tausende Ziele“ gebe, die angegriffen werden könnten. Die israelischen Streitkräfte hätten ihre Angriffe inzwischen auch auf Gebiete im Westen und im Zentrum des Iran ausgeweitet.

Iran weist Forderungen nach Waffenstillstand zurück

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte unterdessen, dass der Iran die USA nicht um einen Waffenstillstand gebeten habe. In einem Interview mit dem US-Sender CBS News sagte er zudem, Teheran sehe derzeit keinen Grund für Gespräche mit Washington.

„Wir haben bereits mit den Amerikanern gesprochen, als sie beschlossen haben, uns anzugreifen“, sagte Araghchi. Deshalb sehe der Iran aktuell keine Grundlage für neue Verhandlungen.

US-Präsident Donald Trump hatte dagegen am Samstag erklärt, dass der Iran an einem Abkommen interessiert sei. Gleichzeitig betonte er jedoch, dass die bisher diskutierten Bedingungen aus Sicht der USA „nicht gut genug“ seien.

Streit um wichtige Handelsroute im Persischen Golf

Ein weiteres zentrales Thema ist die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Öl- und Handelsrouten der Welt. Nach iranischen Drohungen, den Schiffsverkehr dort zu blockieren, bemühen sich die USA um internationale Unterstützung zur Sicherung der Passage.

Trump erklärte, seine Regierung habe bereits mit rund sieben Ländern über eine mögliche Kooperation zur Überwachung und Sicherung der Meerenge gesprochen. Auch China habe er eingeladen, sich an einer solchen Mission zu beteiligen.

In einem Telefonat mit dem britischen Premierminister Keir Starmer sprachen beide Politiker laut der britischen Regierung über die Bedeutung einer Wiederöffnung der Straße von Hormus, um Störungen im weltweiten Handel zu beenden.

Trump warnte zudem, es könne „sehr schlecht für die Zukunft der Nato“ sein, wenn Verbündete die USA bei der Sicherung der wichtigen Route nicht unterstützen.

Angriffe auf Handelsschiffe und wirtschaftliche Folgen

Die Spannungen im Persischen Golf haben bereits konkrete Folgen. Ein thailändisches Frachtschiff wurde vergangene Woche von mutmaßlich zwei iranischen Raketen getroffen, wodurch ein Feuer an Bord ausbrach. Die Besatzung musste das Schiff verlassen.

Von den 23 Crewmitgliedern konnten 20 inzwischen nach Thailand zurückkehren, nachdem sie von der Marine des Oman gerettet worden waren. Drei Seeleute werden weiterhin vermisst. Die thailändische Regierung hat gegen den Angriff offiziell protestiert.

Insgesamt wurden nach iranischen Drohungen, die Meerenge zu blockieren, mehr als ein Dutzend Handelsschiffe angegriffen.

Ölpreise steigen, Luftverkehr beeinträchtigt

Der Konflikt wirkt sich auch auf die Weltwirtschaft aus. Nachdem die USA die iranische Öl-Exportanlage auf Kharg Island bombardiert hatten, stiegen die Ölpreise deutlich an. Der Preis für Brent-Öl liegt derzeit bei rund 103 Dollar pro Barrel, während US-Rohöl knapp unter 100 Dollar gehandelt wird.

Trotz der Freigabe großer Ölreserven durch mehrere Industriestaaten bleiben die Preise damit deutlich höher als vor Beginn des Krieges.

Auch der Flugverkehr ist betroffen: Am Dubai International Airport, einem der weltweit wichtigsten Drehkreuze, wurden Flüge zeitweise ausgesetzt, nachdem ein drohnenbedingter Zwischenfall einen Treibstofftank beschädigt hatte. Behörden zufolge gab es keine Verletzten.

Neue Berichte über Irans Führung

Unterdessen berichten US-Geheimdienstquellen laut dem US-Sender CBS, dass der frühere iranische Religionsführer Ali Khamenei selbst Zweifel daran gehabt haben soll, dass sein Sohn Mojtaba Khamenei seine Nachfolge antreten sollte.

Demnach habe der ehemalige Revolutionsführer seinen Sohn als nicht ausreichend qualifiziert angesehen. Diese Informationen sollen bereits US-Präsident Trump und seinem engeren Beraterkreis vorliegen.

Mojtaba Khamenei war am vergangenen Wochenende zum neuen obersten Führer des Iran bestimmt worden.

Unsichere Lage in der Region

Die militärischen Angriffe, diplomatischen Spannungen und wirtschaftlichen Auswirkungen zeigen, wie stark der Konflikt inzwischen über die Region hinauswirkt. Besonders die Sicherheit der Straße von Hormus, durch die ein großer Teil des weltweiten Ölhandels verläuft, gilt als entscheidender Faktor für die Stabilität der globalen Wirtschaft.

Während Israel weitere Angriffe ankündigt und der Iran Gespräche mit den USA ablehnt, bleibt unklar, ob und wann eine diplomatische Lösung des Konflikts möglich sein wird

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