Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat die Vereinigten Staaten vor schwerwiegenden Folgen im Falle eines Angriffs auf den obersten geistlichen Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, gewarnt. „Jede Aggression gegen den obersten Führer unseres Landes ist gleichbedeutend mit einem umfassenden Krieg gegen die iranische Nation“, erklärte Peseschkian am Donnerstag in einem Beitrag auf der Plattform X (ehemals Twitter).
Hintergrund der Warnung ist eine Äußerung von Ex-US-Präsident Donald Trump. In einem Interview mit dem US-Portal Politico hatte Trump offen einen Regierungswechsel in Teheran gefordert. „Es ist an der Zeit, nach einer neuen Führung im Iran zu suchen“, sagte er. Die aktuelle Führung stütze sich auf „Unterdrückung und Gewalt“, so Trump weiter.
Unterdessen kündigte der im Exil lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs, Resa Pahlawi, erneut seine Rückkehr in den Iran an. In einer Videobotschaft auf X sagte der 65-Jährige: „Ich werde zurückkehren.“ Einen konkreten Zeitpunkt nannte er nicht. Ob Pahlawi tatsächlich einreisen darf oder mit Repressalien rechnen muss, bleibt unklar.
Bericht: Bis zu 18.000 Tote bei Protesten im Iran
Erschütternde Zahlen über die Opfer der landesweiten Proteste wurden unterdessen von der britischen Zeitung The Sunday Times veröffentlicht. Demnach sollen zwischen 16.500 und 18.000 Menschen ums Leben gekommen sein. Die Angaben basieren auf Informationen von medizinischem Personal aus acht großen Augenkliniken sowie 16 Notaufnahmen im Iran. Laut dem Bericht wurden zusätzlich bis zu 360.000 Menschen verletzt.
Präsident Peseschkian machte für die anhaltende Wirtschaftskrise im Land allein internationale Sanktionen verantwortlich.
Internetzugang teilweise wiederhergestellt
Nach mehrtägiger Sperre ist der Zugang zum Internet im Iran wieder eingeschränkt möglich. Die Organisation NetBlocks, die weltweite Internetzensur beobachtet, bestätigte, dass einige Dienste – darunter Google – wieder teilweise erreichbar seien. Insgesamt bleibt die Internetverbindung im Land jedoch weiterhin stark eingeschränkt. Die Behörden hatten die Kommunikationsnetze während der Proteste nahezu vollständig blockiert.
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