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Iran setzt im Krieg auf günstige Drohnen – Tausende Angriffe im Nahen Osten

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Im aktuellen Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran spielen billige Kampfdrohnen eine zentrale Rolle. Obwohl US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, Irans Raketenarsenal zu zerstören, setzt Teheran verstärkt auf eine andere Waffe: kostengünstige Drohnen, die in großer Zahl eingesetzt werden.

Mehr als 2.000 Drohnenangriffe

Seit Beginn der US-Luftangriffe auf Iran hat das Land laut Berichten mehr als 2.000 Drohnen auf Ziele im Nahen Osten gestartet. Die Angriffe richteten sich gegen mehrere Länder, darunter:

  • Israel

  • Jordanien

  • Irak

  • Kuwait

  • Saudi-Arabien

  • Katar

  • Bahrain

  • Vereinigte Arabische Emirate

  • Oman

  • Zypern

Viele dieser Staaten beherbergen US-Militärstützpunkte oder amerikanische Soldaten.

Der bislang tödlichste Angriff traf eine US-Militärbasis in Kuwait, bei dem sechs amerikanische Soldaten durch eine Drohne ums Leben kamen.

Angriff auf Infrastruktur und Städte

Die Drohnen wurden nicht nur gegen militärische Ziele eingesetzt. Auch Botschaften, Flughäfen, Energieanlagen und Hotels wurden attackiert.

In Dubai traf eine Drohne ein Luxushotel auf der künstlichen Insel Palm Jumeirah und löste eine große Explosion aus.
In Bahrain schlug eine Drohne in eine Radaranlage des Hauptquartiers der 5. US-Flotte ein und zerstörte Teile der Anlage.

Auch wichtige Energieanlagen wurden getroffen. So musste etwa Saudi-Arabiens größte Ölraffinerie in Ras Tanura ihre Produktion nach einem Angriff vorübergehend stoppen. In Katar wurde ein großes Exportterminal für Flüssiggas geschlossen.

Günstige, aber gefährliche Waffen

Die meisten eingesetzten Drohnen gehören zum Typ Shahed-136, der im Iran produziert wird. Diese sogenannten „Kamikaze-Drohnen“ tragen Sprengstoff und explodieren beim Aufprall auf ihr Ziel.

Die wichtigsten Eigenschaften:

  • Länge: etwa 3,5 Meter

  • Spannweite: etwa 2,5 Meter

  • Sprengladung: rund 50 Kilogramm

  • Reichweite: bis zu 2.500 Kilometer

Damit könnten sie theoretisch sogar von Teheran bis nach Athen fliegen.

Der große Vorteil für Iran: Eine solche Drohne kostet schätzungsweise nur 20.000 bis 50.000 US-Dollar – deutlich weniger als viele Raketen.

Schwierige Abwehr

Obwohl die Drohnen relativ langsam sind, sind sie schwer zu entdecken, weil sie niedrig fliegen und ein schmales Profil haben. Häufig werden sie außerdem in großen Schwärmen gestartet, um Luftabwehrsysteme zu überfordern.

Viele Drohnen werden derzeit mit teuren Abfangraketen oder Kampfflugzeugen abgeschossen. Ein britischer Abfangflugkörper kann beispielsweise bis zu 200.000 Pfund kosten – also ein Vielfaches des Preises einer Drohne.

Experten sagen, dass Iran mit dieser Strategie versucht, die teuren Abwehrsysteme der Gegner zu erschöpfen.

Psychologischer Druck als Strategie

Analysten vermuten, dass Iran mit den Angriffen nicht nur militärische Ziele verfolgt. Die Drohnenangriffe auf Städte und Infrastruktur könnten auch darauf abzielen, Angst und politischen Druck zu erzeugen, um die USA zu Verhandlungen zu zwingen.

USA entwickeln ähnliche Drohnen

Auch die USA haben inzwischen eine eigene Version dieser günstigen Kampfdrohnen entwickelt. Das System mit dem Namen Lucas wurde kürzlich erstmals im Einsatz getestet.

Nach Angaben des US-Militärs basiert die Drohne teilweise auf der iranischen Technologie – wurde jedoch weiterentwickelt.

Angriffe gehen inzwischen zurück

Laut US-Militärangaben ist die Zahl der iranischen Drohnenangriffe inzwischen deutlich gesunken. Seit dem ersten Kriegstag sei sie um etwa 83 Prozent zurückgegangen, während der Einsatz von Raketen sogar um 90 Prozent abgenommen habe.

Unklar bleibt jedoch, wie viele Drohnen Iran noch in seinen Lagerbeständen hat. Schätzungen gehen davon aus, dass vor dem Krieg Zehntausende dieser Drohnen produziert wurden.

Wie lange Iran den Druck aufrechterhalten kann, hängt daher vor allem davon ab, wie groß diese Vorräte tatsächlich sind

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