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Iran nimmt Energieinfrastruktur am Golf ins Visier – Ölpreis steigt erneut

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Mit zunehmender Dauer des Krieges deutet sich eine Strategie des Iran an: Durch Angriffe auf Energieanlagen und die internationale Schifffahrt in der Golfregion sollen die wirtschaftlichen Kosten des Konflikts deutlich erhöht werden. Mehrere Vorfälle in Bahrain, Oman und im Persischen Golf zeigen, wie schnell sich die militärische Eskalation auf die globale Energieversorgung auswirken kann.

Am Donnerstag gerieten nach lokalen Behördenangaben Treibstofflager nahe des internationalen Flughafens von Bahrain in Brand. Noch ist unklar, ob es sich um Kerosindepots des Flughafens in der Nähe der Hauptstadt Manama oder um andere Anlagen handelte. Die Behörden riefen die Bevölkerung vorsorglich dazu auf, sichere Orte aufzusuchen.

Auch im Oman kam es zu schweren Zwischenfällen. Im Hafen von Salala wurden mehrere Treibstofftanks offenbar von Drohnen getroffen. Auf veröffentlichten Videoaufnahmen ist ein gewaltiger Feuerball über einem der Tanks zu sehen. Der Golf-Kooperationsrat verurteilte den Angriff scharf. Ein Sprecher der iranischen Militärführung wies allerdings jede Verantwortung zurück und bezeichnete den Vorfall im „befreundeten und brüderlichen Nachbarland Oman“ als verdächtig.

Angriffe auf Tanker und Frachter

Gleichzeitig eskalierte die Lage auf See. Im Persischen Golf wurden zwei Öltanker von mit Sprengstoff beladenen iranischen Booten attackiert. Nach Angaben der irakischen Regierung kam dabei mindestens ein Mensch ums Leben. Insgesamt konnten 38 Besatzungsmitglieder der beiden Tanker gerettet werden. Die Hafenbehörden setzten den Betrieb der Ölterminals vorübergehend aus.

Auch die internationale Handelsschifffahrt gerät zunehmend unter Druck. Laut der britischen Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) wurde vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate ein Containerschiff von einem unbekannten Projektil getroffen. Ein kleiner Brand entstand, Verletzte gab es jedoch nicht.

Besonders dramatisch entwickelte sich ein Vorfall nahe der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Handelsrouten für Öl weltweit. Der unter thailändischer Flagge fahrende Frachter Mayuree Naree wurde von zwei Raketen oberhalb der Wasserlinie getroffen. Ein Feuer brach aus. Von den 23 Besatzungsmitgliedern konnten 20 gerettet werden, während drei Seeleute zunächst im Maschinenraum eingeschlossen gewesen sein sollen.

Drohnenangriffe auf mehrere Golfstaaten

Die militärische Eskalation beschränkt sich nicht nur auf See. Mehrere Golfstaaten meldeten in den vergangenen Stunden Drohnen- und Raketenangriffe.

Saudi-Arabien gab an, im Osten des Landes 18 Drohnen abgefangen zu haben, die offenbar auch auf Ölfelder zielten. Kuwait meldete ebenfalls abgefangene Drohnen im Norden des Landes. Herabfallende Trümmer beschädigten Stromleitungen.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten stürzte in der Nacht zudem eine Drohne auf ein Wohngebäude in Dubai. Ein Brand konnte gelöscht werden, Menschen kamen nicht zu Schaden.

Der UN-Sicherheitsrat forderte unterdessen in einer Resolution ein sofortiges Ende der Angriffe auf die Golfstaaten.

Kämpfe auch in Israel und im Libanon

Parallel dazu weitet sich der Konflikt auch auf andere Regionen des Nahen Ostens aus. Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden seien gemeinsam mit der Hisbollah-Miliz mehr als 50 Ziele in Israel mit Raketen und Drohnen angegriffen worden, darunter militärische Einrichtungen in Haifa und Tel Aviv.

Israel reagierte mit massiven Luftangriffen im Libanon. Innerhalb kurzer Zeit wurden laut Militärangaben mehrere Einrichtungen der Hisbollah in Vororten von Beirut bombardiert, darunter ein Hauptquartier des Geheimdienstes und Stellungen der Eliteeinheit Radwan. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden mindestens sieben Menschen getötet und 21 verletzt.

Ölpreis steigt wieder über 100 Dollar

Die Angriffe auf Tanker und Energieanlagen zeigen bereits Auswirkungen auf die Weltmärkte. Der Preis für Brent-Öl überschritt zeitweise erneut die Marke von 100 Dollar pro Barrel.

Auch die Freigabe strategischer Ölreserven durch die Internationale Energieagentur (IEA) konnte die Märkte bislang nicht beruhigen.

Trump kündigt baldiges Kriegsende an

US-Präsident Donald Trump bemühte sich unterdessen, die Lage zu relativieren. Er erklärte, Öltanker sollten weiterhin die Straße von Hormus passieren können und äußerte Zweifel daran, dass der Iran die Gewässer tatsächlich vermint habe.

Bei einem Wahlkampfauftritt kündigte Trump zudem an, die Ölpreise würden bald deutlich sinken – „mehr als irgendjemand versteht“. Gleichzeitig bestätigte seine Regierung, dass die USA 172 Millionen Barrel aus strategischen Ölreserven freigeben wollen.

Insidern zufolge haben allein die ersten sechs Tage des Krieges die USA bereits mehr als elf Milliarden Dollar gekostet.

Trump zeigte sich dennoch überzeugt, dass der Konflikt bald beendet werde. Der Iran stehe kurz vor der Niederlage, sagte er in einem Interview. Das israelische Militär widersprach indirekt und erklärte, man verfüge noch über eine umfangreiche Liste weiterer Ziele im Iran.

Ein Konflikt mit globalen Folgen

Die jüngsten Ereignisse zeigen, wie schnell ein regionaler Krieg globale Auswirkungen haben kann. Angriffe auf Energieanlagen und die Schifffahrt im Persischen Golf betreffen nicht nur die unmittelbaren Kriegsparteien, sondern die gesamte Weltwirtschaft.

Je länger der Konflikt andauert, desto größer wird die Gefahr, dass aus einem regionalen Krieg eine globale Energiekrise entsteht.

Und genau darin könnte – so befürchten viele Beobachter – die eigentliche strategische Dimension dieses Konflikts liegen.

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