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Iran lehnt Waffenstillstand ab – Konflikt im Nahen Osten spitzt sich weiter zu

PuppypawsAZ (CC0), Pixabay
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Im Krieg zwischen Iran, Israel und den USA zeichnet sich vorerst keine Entspannung ab. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte in einem Interview, Teheran habe weder einen Waffenstillstand gefordert noch Interesse an Gesprächen mit den Vereinigten Staaten.

„Kein Grund für Gespräche“

Araghchi sagte dem US-Sender CBS News, Iran sehe derzeit keinen Anlass für Verhandlungen mit Washington.

„Wir haben nie um einen Waffenstillstand gebeten und auch nicht um Verhandlungen“, erklärte er.
Man habe bereits Gespräche mit den USA geführt, als diese sich dennoch für einen Angriff entschieden hätten.

Der Minister bezeichnete den Krieg als „bewusste Entscheidung der Vereinigten Staaten“ und betonte, Iran werde seine Selbstverteidigung fortsetzen.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, Iran wolle angeblich ein Abkommen schließen – die angebotenen Bedingungen seien jedoch „nicht gut genug“.

Neue Angriffe und ausgeweitete Luftschläge

Während die diplomatischen Fronten verhärtet bleiben, gehen die militärischen Operationen weiter.

Die israelische Armee (IDF) teilte mit, sie erweitere ihre Angriffe auf weitere Ziele im Westen und im Zentrum Irans. Ziel sei es, die militärischen Kommandostrukturen der iranischen Führung zu schwächen.

Nach israelischen Angaben wurden unter anderem Einrichtungen der Revolutionsgarden und der Basidsch-Milizen angegriffen.

Gleichzeitig setzte Iran seine Raketenangriffe fort. In Tel Aviv wurden mehrere Menschen verletzt, nachdem eine Rakete Streumunition abwarf. Einsatzkräfte berichteten von Schäden an Fahrzeugen und Gebäuden.

Straße von Hormus fast stillgelegt

Eine der größten Sorgen der internationalen Gemeinschaft bleibt die Lage in der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Öltransport-Routen der Welt. Rund 20 Prozent des globalen Ölhandels passieren normalerweise diese Meerenge.

Der Schiffsverkehr ist inzwischen nahezu zum Erliegen gekommen, nachdem mehrere Tanker angegriffen wurden und Iran offenbar Seeminen in der Passage ausgelegt hat.

Teheran erklärte jedoch, man sei offen für Gespräche mit einzelnen Staaten, die eine sichere Durchfahrt ihrer Schiffe garantieren wollen.

Freigabe strategischer Ölreserven

Um den massiven Preisanstieg auf den Energiemärkten abzufedern, kündigte die Internationale Energieagentur (IEA) an, rund 400 Millionen Barrel Öl aus strategischen Reserven freizugeben.

Es handelt sich um die größte koordinierte Freigabe von Notfallreserven in der Geschichte der Organisation. Die Ölpreise sind seit Beginn des Krieges vor zwei Wochen bereits um rund ein Viertel gestiegen.

Internet-Blackout und zunehmende Repression in Iran

Innerhalb Irans verschärft sich gleichzeitig die Lage für die Bevölkerung. Nach Angaben der Internetüberwachungsorganisation NetBlocks besteht seit 16 Tagen ein nahezu vollständiger Internet-Blackout.

Berichten zufolge wurden zahlreiche Sicherheitskontrollen im Land eingerichtet, teilweise in Tunneln oder unter Brücken. Mitglieder der regimetreuen Basidsch-Miliz kontrollieren demnach Telefone von Bürgern und gehen gegen Menschen vor, die Bilder von Angriffszielen ins Ausland senden.

Regionale Folgen des Krieges

Auch in anderen Ländern der Region steigen die Opferzahlen. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete inzwischen 850 Tote seit Beginn der israelischen Angriffe Anfang März.

Währenddessen räumen Menschen in Teheran weiterhin Trümmer zerstörter Häuser weg. Viele Bewohner fürchten eine weitere Eskalation.

Ein Mann aus der iranischen Hauptstadt sagte der BBC:
„Wenn das so weitergeht, wird am Ende ein zerstörtes Iran übrig bleiben.“

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