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Iran kompromissbereit, wenn die USA die Sanktionen überdenkt

tomnn (CC0), Pixabay
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Iran zeigt sich nach eigenen Angaben zu Kompromissen im Atomstreit mit den USA bereit – sofern Washington im Gegenzug über eine Aufhebung der Sanktionen verhandelt. Das sagte Vizeaußenminister Majid Takht-Ravanchi in einem Interview in Teheran. „Der Ball liegt im Feld Amerikas“, erklärte er. Wenn die USA es ernst meinten, könne der Weg zu einer Einigung offenstehen.

Die US-Regierung sieht hingegen Teheran in der Verantwortung für die stockenden Gespräche. Außenminister Marco Rubio betonte zuletzt, Präsident Donald Trump bevorzuge zwar eine diplomatische Lösung, ein Abkommen mit Iran sei jedoch „sehr schwer“ zu erreichen. Trump hatte zugleich mit Militärschlägen gedroht, sollte es keine Einigung zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms geben. Die USA verstärken derzeit ihre Militärpräsenz in der Region.

Zuletzt hatten beide Seiten im Oman indirekte Gespräche geführt. Eine weitere Verhandlungsrunde ist in Genf geplant. Takht-Ravanchi sprach von vorsichtig positiven Signalen, mahnte jedoch, es sei „zu früh für ein Urteil“.

Teheran verweist auf seine Bereitschaft, über eine Reduzierung der auf 60 Prozent angereicherten Uranbestände zu sprechen. Dieses nahezu waffenfähige Niveau hatte international Besorgnis ausgelöst, auch wenn Iran betont, keine Atomwaffen entwickeln zu wollen. Ob Iran – wie im Atomabkommen von 2015 – größere Mengen angereicherten Urans außer Landes bringen würde, ließ der Vizeaußenminister offen. Russland hatte sich Berichten zufolge erneut bereit erklärt, Material zu übernehmen.

Eine zentrale Forderung Teherans bleibt, die Gespräche strikt auf das Atomprogramm zu beschränken. Die Einstellung jeglicher Urananreicherung, wie von Trump gefordert, sei „nicht mehr auf dem Tisch“, so Takht-Ravanchi. Null-Anreicherung betrachtet Iran als rote Linie und als Verstoß gegen seine Rechte aus dem Nichtverbreitungsvertrag.

Ausgeschlossen wird von iranischer Seite weiterhin eine Diskussion über das eigene Raketenprogramm. Dieses diene der Verteidigung, insbesondere angesichts von Angriffen durch Israel und die USA. Auch eine Ausweitung der Verhandlungen auf Irans Unterstützung regionaler Milizen lehnt Teheran ab – ein Punkt, den Washington und Israel für zentral halten.

Mit Blick auf die wachsende US-Militärpräsenz in der Region warnte Takht-Ravanchi vor den Folgen einer weiteren Eskalation. Ein Krieg wäre „traumatisch und schlecht für alle“, sagte er. Iran habe kein Interesse an einer militärischen Konfrontation, werde jedoch auf eine existenzielle Bedrohung reagieren. US-Stützpunkte in der Region gelten in Teheran im Ernstfall als legitime Ziele.

Trotz gegenseitiger Vorwürfe und anhaltenden Misstrauens setzt die iranische Führung offiziell weiter auf Diplomatie. Ob die anstehenden Gespräche in Genf tatsächlich den Durchbruch bringen, bleibt jedoch offen. Beobachter zweifeln, ob beide Seiten zu den notwendigen politischen Zugeständnissen bereit sind.

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