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Irak gerät zunehmend in die Schusslinie des Iran-Kriegs

jorono (CC0), Pixabay
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Der Irak entwickelt sich immer stärker zu einem gefährlichen Nebenschauplatz im eskalierenden Konflikt rund um den Iran. Proiranische Milizen haben Vergeltungsangriffe angekündigt – und nehmen dabei gezielt auch westliche und europäische Truppen ins Visier. Die Lage verschärft sich spürbar.

Bereits erfolgte Angriffe unterstreichen die Eskalation: Bei einem Drohnenangriff auf einen französischen Stützpunkt nahe Erbil wurde ein Soldat getötet, mehrere weitere verletzt. Auch ein italienischer Militärstandort in der kurdischen Autonomieregion wurde Ziel eines Angriffs. Eine iranische Drohne traf dort einen Militärlastwagen, der in Brand geriet. Nur durch rechtzeitigen Rückzug in Schutzbunker blieben die stationierten Soldaten unverletzt.

Als Reaktion ziehen erste europäische Staaten Konsequenzen. Spanien hat seine rund 300 im Irak eingesetzten Soldaten vorübergehend verlegt. Auch Italien hat bereits einen Großteil seiner Truppen abgezogen oder in sicherere Regionen gebracht. Verteidigungsminister Guido Crosetto bezeichnete es als unverantwortlich, Soldaten weiterhin der Gefahr von Raketen- und Drohnenangriffen auszusetzen.

Die betroffenen Kräfte sind Teil der internationalen Mission „Inherent Resolve“, die unter Führung der USA lokale Sicherheitskräfte ausbildet und den Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ unterstützt. Ein Rückzug europäischer Truppen könnte jedoch langfristig neue Risiken schaffen: Experten warnen vor einem möglichen Wiedererstarken von IS-Schläferzellen in der Region.

Parallel dazu nimmt auch die Gewalt in der irakischen Hauptstadt Bagdad zu. In der stark gesicherten „Grünen Zone“, in der sich unter anderem die US-Botschaft befindet, kam es zu Explosionen. Proiranische Gruppen greifen zunehmend US-Einrichtungen sowie Infrastruktur an und drohen mit weiteren Attacken. Die US-Botschaft forderte ihre Staatsbürger bereits auf, das Land zu verlassen.

Die innenpolitische Lage im Irak verschärft die Situation zusätzlich. Seit den Wahlen im November 2025 konnte keine neue Regierung gebildet werden. Politische Lager sind entlang konfessioneller Linien gespalten, wobei proiranische Kräfte erheblichen Einfluss ausüben.

Damit wird der Irak erneut zum geopolitischen Brennpunkt – und droht zwischen den Fronten eines größeren Konflikts zerrieben zu werden.

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