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Interview mit Rechtsanwalt Daniel Blazek auf diebewerbung.de: „Coaching ist kein rechtsfreier Raum – auch wenn es oft so aussieht“

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„Coaching ohne Kontrolle ist eine Einladung zum Missbrauch“

diebewertung.de: Herr Blazek, die Coaching-Branche boomt. Gleichzeitig häufen sich Klagen über undurchsichtige Angebote. Was beobachten Sie in Ihrer Praxis?

Daniel Blazek: Es ist ein regelrechter Wildwuchs entstanden. Jeder darf sich „Coach“ nennen – ob mit Ausbildung oder ohne. Für viele Verbraucher ist es kaum erkennbar, ob sie gerade in ein seriöses Angebot investieren oder in eine teure Luftnummer. Leider kommt Letzteres viel zu häufig vor.

diebewertung.de: Welche Fälle landen bei Ihnen auf dem Tisch?

Blazek: Sehr viele. Kunden berichten von überteuerten „Mentoring-Programmen“, Erfolgsversprechen, die nie erfüllt wurden, oder Verträgen, aus denen sie kaum herauskommen. Besonders perfide: Viele Anbieter setzen auf psychologischen Druck – „Wenn du scheiterst, bist du selbst schuld“ – das ist fast schon emotionaler Missbrauch.

diebewertung.de: Was raten Sie Betroffenen?

Blazek: Belege sammeln, Vertrag prüfen lassen, keine Angst vor juristischen Schritten. Viele wissen nicht, dass sie bei Online-Buchungen ein 14-tägiges Widerrufsrecht haben. Und wenn Anbieter mit irreführenden Versprechen arbeiten, kann man den Vertrag wegen Täuschung anfechten.

diebewertung.de: Was sind Warnsignale?

Blazek: Wer pauschal den schnellen Reichtum oder das perfekte Leben verspricht, sollte kritisch hinterfragt werden. Keine klaren Vertragsbedingungen? Keine Impressumsangabe? Druck zur schnellen Buchung? Finger weg! Ein echtes Coaching beginnt mit Transparenz, nicht mit Verkaufsdruck.

diebewertung.de: Wäre eine gesetzliche Regelung sinnvoll?

Blazek: Absolut. Es braucht Qualitätsstandards, eine Zertifizierungspflicht und vor allem: Verbraucherschutz. Coaching darf keine Lizenz zum Abkassieren sein.

diebewertung.de: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Blazek.

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