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Interview: Krypto-Trading in WhatsApp-Gruppen – Eine gefährliche Falle

usmanzafar_215 (CC0), Pixabay
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Redaktion: Herr Blazek, aktuell tauchen immer mehr WhatsApp-Gruppen auf, die mit schnellem Reichtum durch Krypto-Trading werben. Was steckt dahinter?

RA Daniel Blazek: In den meisten Fällen handelt es sich dabei leider um betrügerische Strukturen. Die Gruppen versprechen hohe Gewinne mit Kryptowährungen und behaupten, aus kleinen Summen große Vermögen zu machen – oft mit dem Ziel, Vertrauen aufzubauen und Menschen zur Geldüberweisung zu verleiten.

Redaktion: Und was passiert, wenn man auf das Angebot eingeht?

Blazek: Zunächst sieht alles „seriös“ aus: Es wird ein virtuelles Konto erstellt, auf dem das eigene Guthaben scheinbar schnell wächst. Manche Anbieter zahlen anfangs sogar kleine Gewinne aus, um das Vertrauen weiter zu stärken. Doch dann folgt der nächste Schritt: Man soll mehr investieren – höhere Beträge, mehr „Profit“. Sobald das Geld überwiesen ist, verschwindet entweder die Gruppe oder jeglicher Kontakt bricht ab. Das investierte Geld ist weg.

Redaktion: Ein weiteres beunruhigendes Detail: Die Täter nutzen offenbar oft nicht ihre eigenen Bankverbindungen?

Blazek: Richtig. Sie bedienen sich sogenannter Finanzagenten – oft ahnungslose Personen, die gegen eine kleine Provision ihr Konto zur Verfügung stellen. Diese Personen werden dann zu sogenannten „Strohleuten“ oder „Money Mules“, manchmal ohne zu wissen, dass sie sich strafbar machen.

Redaktion: Was genau bedeutet in diesem Zusammenhang „Geldwäsche“?

Blazek: Geldwäsche bedeutet, dass Geld aus illegalen Quellen – also etwa Betrug oder Drogenhandel – durch verschiedene Transaktionen oder Verschleierungen in den legalen Finanzkreislauf eingeschleust wird. Wer sein Konto für solche Transaktionen bereitstellt, macht sich schnell strafbar, auch wenn er nur als „Durchleiter“ fungiert. Es drohen Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft wegen Geldwäsche – eine ernstzunehmende Straftat.

Redaktion: Was raten Sie Menschen, die in solche Gruppen geraten oder unsicher sind?

Blazek: Seien Sie extrem vorsichtig bei vollmundigen Versprechen in sozialen Netzwerken oder Messenger-Gruppen. Überweisen Sie niemals Geld an Unbekannte, und lassen Sie sich nicht von vermeintlichen Erfolgen oder angeblichen Auszahlungen täuschen. Wer glaubt, Opfer eines Betrugs geworden zu sein, sollte umgehend zur Polizei gehen und rechtlichen Rat einholen.

Redaktion: Und wenn man selbst Finanzagent geworden ist?

Blazek: Dann gilt: schnellstmöglich zur Polizei oder zu einem Anwalt. Je früher man die eigenen Mitwirkungen aufklärt, desto besser stehen die Chancen, nicht voll in Haftung genommen zu werden. Ignorieren ist der schlechteste Weg – denn es kann durchaus Post von der Staatsanwaltschaft kommen.

Redaktion: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Blazek.

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