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„Interimspräsident von Venezuela“? Trump provoziert mit neuem Machtanspruch in Südamerika

geralt (CC0), Pixabay
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In einem weiteren spektakulären Social-Media-Auftritt hat US-Präsident Donald Trump sich selbst als „amtierenden Präsidenten von Venezuela“ bezeichnet – nur wenige Tage nachdem US-Truppen den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und dessen Ehefrau Cilia Flores festgenommen hatten.

Am 11. Januar teilte Trump auf Truth Social eine manipulierte Wikipedia-Seite, auf der er als „Acting President of Venezuela“ bezeichnet wird. Damit verstärkte er Spekulationen über seine direkte Kontrolle über das südamerikanische Land – nur eine Woche nach der Festnahme Maduros und kurz nachdem Vizepräsidentin Delcy Rodríguez als Übergangspräsidentin vereidigt wurde.

Rodríguez hatte öffentlich signalisiert, mit der US-Regierung kooperieren zu wollen. In einem Instagram-Post rief sie zu einer „Agenda gemeinsamer Entwicklung im Rahmen des Völkerrechts“ auf.

Maduro in US-Gewahrsam – Trump besetzt Schlüsselpositionen

Maduro und seine Ehefrau befinden sich inzwischen in einem US-Gefängnis in Brooklyn und haben sich in New York wegen Drogenhandelsvorwürfen vor Gericht verantworten müssen. Beide plädierten auf nicht schuldig.

Trump hat derweil zentrale Rollen in der Übergangsverwaltung de facto an enge politische Verbündete vergeben: Außenminister Marco Rubio sowie Verteidigungsminister Pete Hegseth sollen laut Trump gemeinsam mit Rodríguez die Kontrolle übernehmen. Rubio, der Anfang des Jahres bereits mehrere Ämter gleichzeitig bekleidet hatte – darunter „Interimsnationaler Sicherheitsberater“ und „kommissarischer Leiter von USAID“ – könnte bald auch in Kuba eine Rolle spielen.

Trump droht Kuba: „Macht einen Deal, bevor es zu spät ist“

Parallel zur Venezuela-Entwicklung drohte Trump dem Nachbarland Kuba. In einem weiteren Truth-Social-Post vom 11. Januar erklärte er, der Ölfluss aus Venezuela nach Kuba werde „bald enden“.

„Cuba lebte viele Jahre vom venezolanischen Öl und Geld. Im Gegenzug stellten sie ‚Sicherheitsdienste‘ für die Diktatoren. Aber NICHT MEHR! Die meisten dieser Kubaner sind tot – nach dem US-Angriff letzte Woche.“

Eine X-Nutzerin hatte zuvor vorgeschlagen, Marco Rubio zum nächsten Präsidenten Kubas zu ernennen – Trump antwortete lakonisch: „Klingt gut für mich.“

Kritik und internationale Besorgnis

Die Entwicklungen werfen ernste Fragen zur Rolle der USA im internationalen Recht auf. Zwar äußerte sich die venezolanische Übergangsregierung unter Rodríguez offen für Zusammenarbeit, doch Trumps offene Machtrhetorik erinnert Beobachter zunehmend an imperialistische Ambitionen.

Zudem bleibt unklar, welche Rolle die demokratische Opposition in Venezuela, insbesondere die einflussreiche Oppositionsführerin María Corina Machado, in der neuen Machtstruktur spielen wird. Trump kündigte an, sie kommende Woche in den USA zu empfangen.

Fazit: Trumps Auftreten als „Interimspräsident“ eines anderen Landes – ob ernst gemeint oder als politische Inszenierung – markiert einen neuen Höhepunkt seiner konfrontativen Außenpolitik. Es bleibt abzuwarten, wie internationale Partner – und die venezolanische Bevölkerung – auf diese provokanten Machtgesten reagieren.

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