Am 18. Juli 2025 wurden erneut zahlreiche Insolvenzen im deutschen Unternehmensregister bekannt gemacht – und das quer durch alle Regionen und Branchen. Vom Bauunternehmen bis zur Tiernahrung, von der Edelgastronomie bis zur digitalen Medienagentur: Der Druck auf Mittelstand und Kleinbetriebe scheint ungebrochen.
Einige besonders auffällige Fälle im Überblick:
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Themenvielfalt im Baugewerbe:
Die A-DZ Bau GmbH aus Hannover (Aktenzeichen 903 IN 42/25) sowie die Turhan Bauunternehmung GmbH aus Arnstadt (171 IN 209/25) stehen für die anhaltende Krise im Bau- und Handwerkssektor. Die Ursachen: gestiegene Materialpreise, Auftragsrückgänge und hohe Zinslasten. -
Digital trifft auf Realität:
Auch die vntr media GmbH in Frankfurt am Main (810 IN 432/25 V-12-) hat Insolvenz angemeldet. Die Medien- und Digitalbranche bleibt weiter unter Druck – nicht zuletzt wegen sinkender Werbebudgets und wachsender Konkurrenz durch KI-generierte Inhalte. -
Handel und Einzelunternehmen betroffen:
Mit expert Franken GmbH und expert Mainfranken GmbH (IN 150/25 und IN 151/25, Schweinfurt) erwischt es auch bekannte Elektronikhändler. Ob hier konzerninterne Umstrukturierungen oder lokale Absatzschwächen zum Aus geführt haben, ist bislang offen. -
Pflege, Personal und Gesundheit kein Schutzschild:
Die Cura-Family GmbH in Beckum (85 IN 35/25) sowie IK & Airport Staffing Deutschland GmbH in Düsseldorf (502 IN 139/25) zeigen: Selbst in klassischer Wachstumsbranchen wie Pflege- und Personaldienstleistungen ist die wirtschaftliche Lage vieler Firmen prekär. -
Kreativwirtschaft mit Bauchlandung:
Auch die ISP International Seeds Processing GmbH in Quedlinburg (340 IN 290/25) und die Haas Design GmbH in Rastatt (11 IN 342/25) melden Insolvenz an – beide stellvertretend für innovative, aber kapitalintensive Nischenanbieter.
Kleinteilige Insolvenzen häufen sich
Neben den GmbHs fallen auch viele Einzelfirmen und haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaften (UG) auf – darunter etwa die FR Fassaden-Rein UG, die gravurhoch2 UG oder die F.R. Dienstleistungen UG. Diese Fälle zeigen deutlich: Die aktuelle wirtschaftliche Großwetterlage trifft nicht nur die Großen – sondern auch die Kleinen, die oft nur mit minimalem Polster wirtschaften.
Kommentar: Der Mittelstand auf der Rutschbahn
Die Masse der Verfahren, die an einem einzigen Tag veröffentlicht wurden, ist ein weiteres Alarmsignal für die wirtschaftliche Verfassung des deutschen Mittelstands. Hohe Zinsen, anhaltende Konsumzurückhaltung und fehlende politische Impulse zur Stärkung von Unternehmertum zeigen Wirkung – leider im negativen Sinne.
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