Jacques Moretti (49), Betreiber der Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana, ist am Freitag aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Das Walliser Zwangsmassnahmengericht ordnete anstelle der Haft sogenannte Ersatzmassnahmen an, um einer möglichen Fluchtgefahr zu begegnen.
Moretti muss seine Ausweis- und Aufenthaltsdokumente bei der Staatsanwaltschaft hinterlegen und sich täglich bei einer Polizeistelle melden. Zudem wurde eine Kaution in Höhe von 200.000 Franken festgesetzt. Diese Summe wurde von einem engen Freund Morettis hinterlegt, wodurch seine Freilassung möglich wurde.
Das Gericht begründete den Entscheid damit, dass das Fluchtrisiko neu beurteilt worden sei. Darüber hinaus habe man sowohl die Herkunft der Kautionssumme als auch die Beziehung zwischen dem Beschuldigten und dem zahlenden Freund geprüft.
Gegen Jacques Moretti und Jessica Moretti wird im Zusammenhang mit dem Brand in der Silvesternacht in Crans-Montana unter anderem wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Bei dem Feuer kamen 40 Menschen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt. Es gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.
Die Freilassung sorgt bei Angehörigen der Opfer für große Empörung. Der Anwalt der Familie eines 17-jährigen Opfers sprach von einer unerwarteten und schockierenden Entscheidung, da die Ermittlungen erst vor wenigen Wochen begonnen hätten. Auch wurde darauf hingewiesen, dass Jacques Moretti familiäre und persönliche Verbindungen nach Frankreich, insbesondere nach Korsika, habe.
Ein weiterer Opferanwalt kritisierte den Entscheid scharf und bezeichnete die Freilassung als „Skandal“ und als schwer verständlich aus Sicht der Betroffenen und Hinterbliebenen.
Die Ermittlungen zur Brandkatastrophe dauern an. Die Staatsanwaltschaft prüft weiterhin die Umstände, die zur tödlichen Tragödie geführt haben, sowie mögliche Verantwortlichkeiten.
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