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Industrien unter Druck: Zölle führen zu Jobverlusten in den USA

geralt (CC0), Pixabay
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Die Hoffnungen auf einen Aufschwung in der US-Industrie durch hohe Einfuhrzölle haben sich bislang nicht erfüllt. Statt eines Beschäftigungsbooms verzeichnen besonders zollbetroffene Branchen wie Produktion, Bau und Transport rückläufige Beschäftigtenzahlen.

Laut aktuellen Daten des US-Arbeitsministeriums hat der Industriesektor bereits den vierten Monat in Folge Stellen abgebaut. Insgesamt sind dort heute rund 78.000 Arbeitsplätze weniger vorhanden als noch vor einem Jahr.

Erwartungen bleiben bislang unerfüllt

Der versprochene wirtschaftliche Aufschwung durch protektionistische Handelspolitik bleibt bislang aus. Eine Analyse auf Basis der Beschäftigungsstatistiken zeigt: Erstmals seit Jahren ist das Wachstum der Beschäftigung in zollrelevanten Sektoren über mehrere Monate hinweg negativ. Branchen, die nicht direkt von Zöllen betroffen sind, verzeichnen weiterhin, wenn auch schwächeres, Stellenwachstum.

Zwei zentrale Probleme identifiziert

Ökonom*innen machen für die Entwicklung vor allem zwei Faktoren verantwortlich:

  1. Wirtschaftliche Unsicherheit: Die unklare Handelsstrategie habe bei Unternehmen für Zurückhaltung gesorgt. Investitionen und Neueinstellungen würden aufgeschoben, da Planbarkeit fehle.

  2. Höhere Produktionskosten: Durch die Zölle auf Rohstoffe wie Stahl, Aluminium und Kupfer steigen die Produktionskosten für viele US-Unternehmen – entgegen der ursprünglichen Zielsetzung, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Bauindustrie besonders betroffen

Die Bauwirtschaft verzeichnete allein im August einen Rückgang um 7.000 Stellen. Branchenexpert*innen sehen darin nicht nur einen Effekt der Zölle, sondern auch Folgen der restriktiven Einwanderungspolitik. Viele betroffene Branchen sind auf Arbeitskräfte angewiesen, die nicht in den USA geboren wurden. Nach aktuellen Schätzungen ist die Zahl der ausländischen Beschäftigten im Jahresverlauf bereits um rund 1,5 Millionen gesunken.

Verlangsamung am Arbeitsmarkt insgesamt

Auch über die zollbetroffenen Branchen hinaus zeigt sich ein nachlassender Schwung am Arbeitsmarkt. Die monatliche Beschäftigungszunahme sank im Durchschnitt der letzten drei Monate auf nur noch 29.000 – deutlich weniger als die 105.000 im vorangegangenen Quartal. Zwar liegt die Arbeitslosenquote mit 4,3 % weiterhin auf einem relativ niedrigen Niveau, doch sie ist zuletzt leicht gestiegen.

Pessimismus unter Arbeitssuchenden

Die Unsicherheit spiegelt sich auch in der Stimmung der Bevölkerung wider. Laut einer Umfrage der New Yorker Zentralbank schätzen arbeitslose Personen ihre Chancen, kurzfristig einen neuen Job zu finden, so pessimistisch ein wie seit Beginn der Erhebung 2013 nicht mehr. Besonders stark zeigt sich dieser Rückgang bei Menschen mit maximal Schulabschluss.

Regierung verweist auf langfristige Effekte

Offizielle Stellen verweisen darauf, dass große wirtschaftliche Umstellungen Zeit bräuchten. Man sehe die Grundlagen für ein nachhaltiges Wachstum durch Steuersenkungen und Deregulierung gelegt. Auch Investitionen in den Wiederaufbau von Industrie- und Produktionsstandorten bräuchten Monate oder Jahre, bis sie Wirkung zeigen.

Fazit:
Die Bilanz der US-Handelspolitik fällt bislang gemischt aus. Während das Ziel eines industriellen Wiederaufbaus auf dem Papier steht, zeigen die aktuellen Arbeitsmarktdaten eine gegenteilige Entwicklung – vor allem in den Sektoren, die eigentlich besonders gefördert werden sollten. Expert*innen sehen in der aktuellen Unsicherheit den größten Hemmschuh für neue Arbeitsplätze.

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