Die indonesische TikTokerin Ratu Thalisa wurde wegen Blasphemie zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt, nachdem sie während eines Livestreams ein Bild von Jesus auf ihrem Handy „angesprochen“ und ihm geraten hatte, sich die Haare zu schneiden.
Die transgender Muslimin, die über 442.000 Follower auf TikTok hat, reagierte mit ihrem Kommentar auf eine Nachricht, in der sie aufgefordert wurde, selbst ihre Haare zu kürzen, um „männlicher“ auszusehen.
Am Montag sprach ein Gericht in Medan, Sumatra, sie der Verbreitung von Hass schuldig und argumentierte, ihre Worte könnten die „öffentliche Ordnung“ und „religiöse Harmonie“ gefährden.
Das Urteil wurde von Menschenrechtsgruppen, darunter Amnesty International, scharf kritisiert. Die Organisation bezeichnete die Verurteilung als „schockierenden Angriff auf die Meinungsfreiheit“ und forderte eine sofortige Aufhebung.
👉 „Die indonesischen Behörden dürfen das Online-Gesetz nicht nutzen, um Menschen für ihre Social-Media-Kommentare zu bestrafen,“ erklärte Usman Hamid, Direktor von Amnesty International Indonesien.
Laut Amnesty hat Thalisa mit ihrer Aussage keine religiöse Hetze betrieben, die zu Diskriminierung oder Gewalt aufrufen würde – was ein gesetzlich notwendiges Kriterium für eine Verurteilung sein sollte.
Die Verurteilung basiert auf dem umstrittenen Elektronischen Informations- und Transaktionsgesetz (EIT), das ursprünglich 2008 eingeführt und 2016 verschärft wurde.
📌 Zwischen 2019 und 2024 wurden mindestens 560 Personen wegen Verstößen gegen das EIT-Gesetz angeklagt, 421 wurden verurteilt, darunter auch Social-Media-Influencer.
📌 2023 wurde eine muslimische Frau zu zwei Jahren Haft verurteilt, weil sie in einem TikTok-Video eine islamische Phrase sprach, bevor sie Schweinefleisch aß.
📌 2024 wurde ein weiterer TikToker festgenommen, weil er in einem Online-Quiz Kinder fragte, welche Tiere den Koran lesen könnten.
Während die meisten Verurteilungen im Zusammenhang mit der Beleidigung des Islam standen, ist Thalisas Fall ungewöhnlich – da sie als Muslimin wegen angeblicher Hetze gegen das Christentum belangt wurde.
Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich eine Strafe von über vier Jahren gefordert und legte nach der Urteilsverkündung Berufung ein. Thalisa selbst hat nun sieben Tage Zeit, um Einspruch einzulegen.
Menschenrechtsorganisationen fordern eine Reform des EIT-Gesetzes, um die Meinungsfreiheit in Indonesien besser zu schützen.
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