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Indiens Haushalt 2026–27: Investitionen in seltene Erden, Halbleiter und Rechenzentren sollen lokale Industrie stärken

Skorge (CC0), Pixabay
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Indiens Finanzministerin Nirmala Sitharaman hat am Sonntag den Haushalt für das Finanzjahr 2026–27 vorgestellt. Im Fokus stehen Investitionen in Infrastruktur und Schlüsselindustrien, um das Land wirtschaftlich widerstandsfähiger zu machen – insbesondere vor dem Hintergrund globaler Spannungen, schwächelnder Exporte und schwindender Auslandsinvestitionen.

1. Rekordinvestitionen in Infrastruktur und Verteidigung

Die Ausgaben für Infrastrukturprojekte wie Straßen, Häfen und Eisenbahnen steigen im kommenden Jahr um 9 % auf 12,2 Billionen Rupien (ca. 133 Milliarden US-Dollar). Die Verteidigungsausgaben wachsen sogar um über 20 %, als Reaktion auf die wachsenden geopolitischen Spannungen.

2. Industrieoffensive in strategischen Sektoren

Die Regierung kündigte gezielte Fördermaßnahmen für sieben Schlüsselbranchen an, darunter:

  • Seltene Erden: Spezielle Förderkorridore in Tamil Nadu, Kerala, Andhra Pradesh und Odisha
  • Halbleiter: Ein zweites Förderprogramm im Umfang von 436 Mio. US-Dollar
  • Rechenzentren: Steuerbefreiung für ausländische Cloud-Anbieter bis 2047

Besonders im Fokus stehen Datenspeicherlösungen, die Investoren wie Google mit Milliardenbeträgen nach Indien locken. Die Maßnahmen sollen Investitionssicherheit und langfristige Wachstumschancen schaffen.

Auch der Textilsektor wird gefördert: Neue Mega-Textilparks sollen Exporte stärken, besonders nach dem neuen Freihandelsabkommen mit der EU.

3. Keine neuen Steuergeschenke

Trotz rückläufiger Exporte (u.a. durch 50 % US-Zölle unter Präsident Trump) verzichtet die Regierung auf neue Steuersenkungen für Privatpersonen. Stattdessen wurden Einfuhrgrenzen für zollfreie Vorprodukte in Branchen wie Fischerei erhöht und Ausnahmen für Batteriezellen gewährt.

4. Fiskaldisziplin: Fokus auf Schuldenquote statt Defizit

Neu ist der strategische Wechsel: Statt eines starren jährlichen Defizitziels orientiert sich die Regierung künftig an der Schuldenquote (Debt-to-GDP). Ziel ist eine Reduktion von derzeit 56 % auf 50 % bis 2030. Das schafft mehr Spielraum für langfristige Investitionen bei gleichzeitiger Haushaltskontrolle.

Für das nächste Finanzjahr wird ein Defizit von 4,3 % des BIP und eine Schuldenquote von 55,6 % erwartet.

5. Reaktion der Märkte: Enttäuschung trotz Stabilität

Trotz der angekündigten fiskalischen Stabilität reagierten die Finanzmärkte enttäuscht. Grund war eine Erhöhung der Börsenumsatzsteuer (STT) auf Termingeschäfte – ein Schritt, der bereits letztes Jahr kritisiert wurde. Analysten erwarten, dass dies den Derivatehandel abkühlen könnte

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