Indien setzt ein starkes Signal an die internationale Tech-Branche: Ausländische Unternehmen, die Rechenzentren für ihre globalen Cloud-Dienste im Land betreiben, sollen bis zum Jahr 2047 vollständig von der Einkommensteuer befreit werden. Das gab Finanzministerin Nirmala Sitharaman heute bei der Vorstellung des Staatshaushalts für das Finanzjahr 2026/27 bekannt.
Ziel der Maßnahme ist es, rechtliche Unsicherheiten bei internationalen Anbietern auszuräumen und Indien als attraktiven Standort für digitale Infrastruktur weiter zu etablieren. „Diese Steuerfreiheit gibt Unternehmen langfristige Planungssicherheit und macht Indien zum bevorzugten Standort für Cloud- und Rechenzentrums-Investitionen“, erklärte IT-Minister Ashwini Vaishnaw. Indien habe bereits eine starke Grundlage im Bereich Rechenzentren geschaffen und könne diese nun strategisch ausbauen.
In den vergangenen Jahren ist ein regelrechter Boom in der Branche zu beobachten. Große Tech-Konzerne wie Amazon, Microsoft und Google haben bereits Milliardenbeträge in den Aufbau von Rechenzentren investiert. Erst im Oktober hatte Google angekündigt, rund 15 Milliarden US-Dollar in ein KI-Rechenzentrum im Bundesstaat Andhra Pradesh zu investieren.
Mit der heutigen Ankündigung geht Indien einen weiteren Schritt in Richtung digitaler Standortförderung. Die Steuerfreiheit bis zum 100. Jahrestag der Unabhängigkeit im Jahr 2047 ist ein zentrales Element der Digitalstrategie der Regierung Modi. Neben der Steuerbefreiung sollen auch Investitionen in Stromversorgung, Kühltechnologie und Netzstabilität gefördert werden.
Die Entscheidung dürfte weltweit für Aufmerksamkeit sorgen – nicht zuletzt, weil Cloud-Dienste und KI-Anwendungen einen immer größeren Teil der digitalen Wirtschaft ausmachen. Indien positioniert sich damit klar als globaler Knotenpunkt für digitale Infrastruktur.
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