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Immobilien USA

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Der Krieg im Nahen Osten trifft nun auch den US-Immobilienmarkt – und das ausgerechnet zu Beginn der wichtigsten Verkaufssaison des Jahres.

Eigentlich sollte 2026 die Wende bringen. Nach Jahren schwacher Verkäufe hofften viele Experten auf sinkende Zinsen und neue Dynamik am Häusermarkt. Doch daraus wird vorerst nichts. Stattdessen steigen die Hypothekenzinsen – und dämpfen die Erwartungen erneut.

Der durchschnittliche Zinssatz für 30-jährige Immobilienkredite liegt inzwischen bei 6,38 Prozent. Es ist der vierte Anstieg in Folge – und der höchste Stand seit mehr als sechs Monaten. Besonders bemerkenswert: Es handelt sich um den stärksten wöchentlichen Anstieg seit Frühjahr 2025.

Auslöser ist nicht zuletzt der Krieg zwischen den USA, Israel und Iran. Die Unsicherheit an den Finanzmärkten treibt die Renditen von Staatsanleihen nach oben – und damit auch die Hypothekenzinsen. Anleger rechnen mit steigender Inflation und reagieren entsprechend.

Für Hauskäufer hat das spürbare Folgen. Wer heute eine Immobilie finanziert, zahlt deutlich mehr als noch vor wenigen Wochen. Bei einem Hauspreis von 450.000 Dollar summiert sich der Unterschied schnell auf mehrere tausend Dollar im Jahr – und auf über 30.000 Dollar über die gesamte Laufzeit.

„Die Unsicherheit ist allgegenwärtig“, sagt ein Immobilienmakler aus New Jersey. Viele Käufer würden vorsichtiger kalkulieren und genauer auf ihr Budget achten.

Dabei hatte es zuletzt noch Hoffnung gegeben. Ende Februar waren die Zinsen erstmals seit Jahren unter die Marke von sechs Prozent gefallen – ein Signal, das viele als Wendepunkt interpretierten. Doch die geopolitische Eskalation machte diese Erwartungen zunichte.

Gleichzeitig bleibt der Markt widersprüchlich. Einerseits steigen die Finanzierungskosten, andererseits verbessert sich die Verhandlungsposition der Käufer. Das Angebot wächst: Laut Daten gibt es derzeit deutlich mehr Verkäufer als Interessenten – ein seltenes Ungleichgewicht.

Die Folge: Häuser bleiben länger am Markt, Bietergefechte werden seltener, und Kaufinteressenten springen häufiger wieder ab. Allein im Februar platzten rund 14 Prozent aller bereits vereinbarten Immobilienkäufe – ein Höchstwert.

Trotzdem sehen einige Experten auch Chancen. Die Preise steigen langsamer, die Auswahl ist größer, und die Konkurrenz unter Käufern nimmt ab. Wer finanziell stabil ist, könnte profitieren.

Doch entscheidend bleibt die große Unbekannte: die geopolitische Lage. Sollte sich die Situation entspannen und die Zinsen wieder sinken, könnte der Markt schnell drehen.

Bis dahin gilt für viele Amerikaner: Der Traum vom Eigenheim bleibt – aber er wird wieder ein Stück teurer.

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