Karlsruhe, 27. Januar 2026
Der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts hat heute gesprochen – und was soll man sagen: Es ging um alles. Um Demokratie. Um Gerechtigkeit. Um Teppichboden und Kabelkanäle. Vor allem aber: um Raum 3S 001. Genannt: Otto-Wels-Saal. Genutzt: von der SPD. Gewünscht: von der AfD. Geurteilt: von acht geduldigen Richter*innen mit starkem Kaffee und vermutlich wenig Mitleid.
Die Ausgangslage – ein Drama in drei Quadratmetern
Die AfD, zweitstärkste Fraktion im Bundestag, forderte wahlweise:
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den zweitgrößten Sitzungssaal,
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Respekt vor ihrem parlamentarischen Körperbau
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und eine Silbermedaille, aber bitte nicht im drittgrößten Raum.
Denn: 1,66 m² pro Abgeordnetem seien „verfassungswidrig eng“, man fühle sich wie „in der Holzklasse der Demokratie“. Die SPD hingegen sagte nur trocken:
„Wir bleiben sitzen. Seit 1999.“
(Was sie übrigens nicht nur im Plenarsaal tut, sondern offenbar auch bei Raumverhandlungen.)
Karlsruhe urteilt: Kein Sitzanspruch auf Sitzplatz
Die Richterinnen und Richter, wohlbedacht und vermutlich ebenfalls nicht in Saalmangel leidend, erklärten:
„Der Bundestag ist kein Möbelhaus. Und Fraktionen haben kein Grundrecht auf Feng Shui.“
Der Clou:
Die Wahl zum Bundestag sei kein olympischer Wettbewerb. Silber für Platz zwei? Nein danke.
Es gibt keine Medaille, sondern lediglich die Möglichkeit zu meckern, einen Raum zu nutzen – oder beides gleichzeitig.
Und außerdem:
„1,66 m² sind okay. Auch für 151 Menschen mit starken Meinungen.“
Im Vergleich zur CDU/CSU früher, da mussten 311 Leute mit 1,49 m² auskommen. Damals nannten wir das parlamentarische Kompression.
Fun Fact aus dem Ältestenrat: Möblierungsvorschläge!
Ja, auch das stand zur Diskussion: Wie viele Stühle, wie viele Tische, wie viele Fluchtwege, wie viele Feuerlöscher.
Die Bundestagsverwaltung hatte sich Mühe gegeben:
Es gab Bestuhlungsvarianten wie im IKEA-Katalog und dazu brandschutztechnische Stellungnahmen.
Fazit: Der Saal brennt nicht – außer emotional.
Was lernt die Republik daraus?
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Ein Sitzungssaal ist kein Preis, sondern ein Ort, an dem geredet, gestritten und (gelegentlich) geschwitzt wird.
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Die Geschäftsordnung ist keine Wunschliste an den Weihnachtsmann.
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Und Karlsruhe bleibt cool, auch wenn’s im Bundestag knirscht. Schlusswort:
„Wenn sich Fraktionen um Quadratmeter streiten, ist das kein Raumproblem – das ist politische Inneneinrichtung auf hohem Niveau.“
In diesem Sinne:
Der Antrag wird verworfen. Die Möbel bleiben stehen. Und Demokratie bleibt auch in engen Räumen groß.
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