Man reibt sich die Augen: In einem Verfahren, in dem am Ende kaum werthaltige Aktiva übrig bleiben – ganze 556.342,11 Euro Liquidationswerte stehen mehr als 7,5 Millionen Euro Schulden gegenüber –, tauchen auf einmal Kostenposten auf, die fast grotesk wirken. Der Abwickler hat aus den Konten der Schuldnerin über 183.000 Euro direkt an die BaFin überwiesen – ein Vorschuss, versteht sich. Dazu kommen laufende Kosten für die Abwicklung, Verwaltung, Sicherstellung von Fahrzeugen und die übliche „Begleitung“ des Verfahrens.
Die Frage drängt sich auf: Wer wird hier eigentlich gerettet – die Gläubiger oder das Geschäftsmodell der Insolvenzabwickler? Während Anleger um ihr Geld bangen, scheint sich auf der anderen Seite eine eigene Industrie gut eingerichtet zu haben: Konten einziehen, Berichte schreiben, Kostenvorschüsse sichern. Ergebnis? Für die Gläubiger bleibt ein Bruchteil, während die Verwaltungskosten auffällig hoch ausfallen.
Dass Insolvenzen teuer sind, ist bekannt. Aber wenn die Bürokratie am Ende den größten Bissen vom spärlichen Rest verschlingt, muss man sich fragen: Ist das noch Sanierung – oder nur noch Selbstbedienung unter dem Deckmantel des Gesetzes?
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