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„Ich habe gesehen, wie Raketen abgefangen wurden“ – Influencer berichten von Schock nach iranischen Angriffen auf Dubai

Charly-G (CC0), Pixabay
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Als Raketen am Himmel über Dubai abgefangen wurden, konnte Hofit Golan kaum glauben, was sie sah.

„Wir sind es nicht gewohnt, dass über unseren Köpfen Raketen abgefangen werden“, sagte die israelisch-kanadische Influencerin der BBC. „Ich habe gesehen, wie Raketen abgefangen wurden und Rauch über der Palm aufstieg.“

Golan lebt in Dubai und gehört zur wachsenden Influencer-Szene der Stadt. In den vergangenen drei Tagen hat der Iran als Reaktion auf US- und israelische Angriffe mehrere Drohnen- und Raketenangriffe in Richtung Vereinigte Arabische Emirate (VAE) gestartet. Ein Großteil der Geschosse wurde offenbar abgefangen, dennoch wurden einige der bekanntesten Wahrzeichen Dubais beschädigt – darunter das Fairmont The Palm Hotel auf der künstlichen Insel Palm Jumeirah sowie das Burj Al Arab.

Auch der internationale Flughafen von Dubai sowie der Zayed International Airport in Abu Dhabi wurden getroffen. In Abu Dhabi kam nach Behördenangaben eine Person ums Leben.

Schock in einer Stadt des Glamours

Dubai hat sich über Jahre als glamouröses, sicheres Zentrum für Geschäftsleute, Investoren und Influencer positioniert – als Oase der Stabilität in einer oft konfliktreichen Region. Die aktuellen Angriffe erschüttern dieses Image.

Die britische Reality-TV-Teilnehmerin Arabella Chi bezeichnete die Situation als „sehr beängstigend“. Model Petra Ecclestone erklärte, man sei nach Dubai gezogen, um sich sicher zu fühlen – und habe nun das Gefühl, dass diese Sicherheit ins Wanken geraten sei.

Auch der frühere englische Fußballnationalspieler Rio Ferdinand schilderte die angespannte Atmosphäre: Es sei „erschreckend“, Kampfjets, Explosionen und Raketen über sich zu hören, auch wenn er betonte, sich grundsätzlich gut geschützt zu fühlen.

Viele Influencer lobten zugleich öffentlich die Regierung der VAE für deren Verteidigungsmaßnahmen und Informationspolitik. Kritik an der Regierung ist in den Emiraten allerdings gesetzlich untersagt.

Experten sehen Imageschaden

Fachleute äußern Zweifel, ob Dubai sein Image als sicherer globaler Hotspot uneingeschränkt bewahren kann.

Yasser Elsheshtawy, Architekturprofessor an der Columbia University, spricht davon, dass das Bild Dubais als „ideales Modell einer modernen und progressiven Stadt“ Risse bekomme. Wenn Rauchwolken über Luxusvierteln aufsteigen und Explosionen in exklusiven Gegenden zu hören seien, erschüttere das die Wahrnehmung von Sicherheit und Stabilität.

Selbst wenn die materiellen Schäden begrenzt blieben, treffe es symbolträchtige Orte. Gebäude wie das Fairmont-Hotel stünden für das Versprechen, dass Wohlhabende hier sicher investieren und leben könnten. Das Vertrauen könne langfristig leiden.

Auch Karen Young vom Center on Global Energy Policy betonte, dass die gezielte Attacke auf zivile und touristische Infrastruktur eine neue Qualität darstelle. Viele Menschen hätten es für undenkbar gehalten, dass touristische Wahrzeichen zum Ziel würden.

Alltag zwischen Unsicherheit und Normalität

Trotz der Ereignisse versucht die Stadt, zur Normalität zurückzukehren.

Hofit Golan berichtete, sie sei am Montag im Einkaufszentrum gewesen – die Stimmung sei etwas gedämpft, aber das Leben gehe weiter. Menschen lägen weiterhin an Stränden und nutzten Pools.

Die aus Indien stammende Food-Bloggerin Afsha Farooqui sagte, sie fühle sich trotz der Lage sicher. Schulen seien geöffnet, Familien unterwegs. „Wir leben nicht in Angst“, erklärte sie.

Anders sieht es Will Bailey, ein Fitness-Influencer aus Großbritannien, der erst wenige Stunden vor den Angriffen nach Dubai gezogen war. Seine Pläne, dort dauerhaft zu bleiben und sein Geschäft auszubauen, seien nun unsicher.

„Seit das passiert ist, hat sich alles verändert“, sagte er. Ob er bleibe oder in die Heimat zurückkehre, wisse er nicht. „Im Moment können wir nur abwarten und sehen, was passiert.“

Zwischen Sicherheitsversprechen und neuer Realität

Die Angriffe treffen Dubai nicht nur physisch, sondern auch symbolisch. Die Stadt, die sich als sicherer Hafen in einer unruhigen Region inszeniert hat, sieht sich erstmals direkt mit militärischer Gewalt konfrontiert.

Ob die wirtschaftliche Dynamik und der Zustrom internationaler Investoren und Expats nachhaltig beeinträchtigt werden, hängt maßgeblich davon ab, wie lange der Konflikt anhält – und ob Dubai sein Versprechen von Stabilität erneut glaubhaft unter Beweis stellen kann.

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