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IAEA-Chef Grossi warnt: „Bis zu 25 Staaten könnten Atombomben entwickeln“

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Rafael Grossi, Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), hat mit eindringlichen Worten vor einer gefährlichen Aufrüstungsspirale bei Atomwaffen gewarnt. Im Interview mit der italienischen Zeitung La Repubblica sagte er, das Risiko eines atomaren Konflikts sei heute höher als jemals zuvor seit dem Ende des Kalten Krieges.

„Ohne Panik verbreiten zu wollen, sehe ich die Gefahr, dass 20 bis 25 Länder in den Besitz von Nuklearwaffen gelangen könnten“, erklärte Grossi. Besonders beunruhigend sei, dass der Prozess der weltweiten Abrüstung „praktisch zum Stillstand gekommen“ sei. Statt kontrolliertem Abbau der Arsenale sei vielerorts ein gegenteiliger Trend zu beobachten.

Stagnation bei der Abrüstung

Während die Atommächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien ihre Bestände modernisieren, streben andere Länder nach Einschätzung von Experten danach, selbst atomare Fähigkeiten zu entwickeln – sei es als Machtsymbol oder als vermeintliche Sicherheitsgarantie.

Grossi erinnerte daran, dass Atomwaffenprogramme nicht nur eine politische, sondern auch eine sicherheitstechnische Dimension haben: „Je mehr Länder diese Technologie besitzen, desto größer wird das Risiko von Missbrauch, Unfällen oder Weiterverbreitung.“

Mahnung an die Weltgemeinschaft

Die IAEA versteht sich als neutrale Kontrollinstanz, die mit Inspektionen sicherstellen soll, dass Nukleartechnologie ausschließlich zivil genutzt wird. Grossi rief die Staatengemeinschaft auf, neue Impulse für Rüstungskontrolle und Abrüstung zu setzen, bevor es zu spät sei.

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