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Hochtief: Abgesang

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Der spanische Bauriese ACS packt im Kampf um die Übernahme des deutschen Konkurrenten Hochtief immer fester zu.
Nach Ende der letzten Umtauschfrist kämen die Spanier nun auf einen Anteil von knapp 32 Prozent an den Deutschen. Hans-Peter Keitel, Ex-Hochtief-Chef, übt derweil heftige Kritik an den Spaniern. Der spanische Baukonzern ACS steuert mit großen Schritten auf die Hochtief-Übernahme zu und könnte Europas Nummer eins werden. Die Hochtief-Aktionäre haben ACS ein so großes Aktienpaket angeboten, dass die Spanier die wichtige 30-Prozent-Hürde überschreiten können. Nach dem Ende der letzten Umtauschfrist haben Hochtief-Aktionäre ACS 4,34 Prozent ihrer Aktien angeboten. Sie erhalten für fünf Hochtief-Papiere neun Aktien am spanischen Konkurrenten. Damit könne ACS seinen Anteil an Hochtief auf 31,59 Prozent steigern, teilte der in Madrid ansässige Konzern am Freitag schriftlich mit.

Nach der ersten Umtauschfrist Ende Dezember lag das Angebot erst knapp über 30 Prozent. Wenn die Aktionäre nicht noch innerhalb von sieben Bankarbeitstagen einen Rückzieher machen, wäre der Weg zur Mehrheitsübernahme für ACS ohne weitere aktienrechtliche Auflagen frei. Am 3. Februar wollen die Spanier das Endergebnis der Umtauschaktion bekanntgeben.

Nach Überschreiten der 30-Prozent-Hürde kann ACS weitere Hochtief-Aktien bis zur angestrebten Mehrheit zukaufen. Hochtief mit der australischen Ertragsperle Leighton ist im Abwehrkampf aber noch nicht am Ende seiner Möglichkeiten. Hochtief kann noch eine Kapitalerhöhung vornehmen wie schon im Herbst mit dem Einstieg von Katar. Ein weiterer Schritt dieser Art würde den ACS-Anteil wieder unter 30 Prozent drücken. Dann müssten die verschuldeten Spanier einen neuen, vermutlich teureren Anlauf unternehmen. Hochtief könnte auch seine Dienstleistungstochter Concessions in den nächsten Tagen verkaufen und vom Erlös die Aktionäre profitieren lassen. Das könnte dazu führen, dass umtauschwillige Hochtiefaktionäre ihr Angebot an ACS zurücknehmen. Ein Verkauf von Concessions war bereits angekündigt.

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