Startseite Allgemeines Hamas reagiert auf US-Waffenstillstandsplan – Bereitschaft zur Freilassung von Geiseln, aber mit Bedingungen
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Hamas reagiert auf US-Waffenstillstandsplan – Bereitschaft zur Freilassung von Geiseln, aber mit Bedingungen

hosnysalah (CC0), Pixabay
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Die militante Palästinenserorganisation Hamas hat auf einen aktuellen Waffenstillstandsvorschlag der USA reagiert und erklärt, zur Freilassung von 10 lebenden israelischen Geiseln sowie 18 toten Geiseln bereit zu sein – im Gegenzug für eine noch zu bestimmende Anzahl palästinensischer Gefangener. Gleichzeitig fordert die Organisation jedoch Änderungen an dem von den USA unterbreiteten Plan.

Die Hamas hält weiterhin an drei zentralen Bedingungen fest, die nicht im US-Vorschlag enthalten sind:

  1. Ein dauerhafter Waffenstillstand,

  2. ein vollständiger Rückzug israelischer Truppen aus dem Gazastreifen,

  3. eine gesicherte, kontinuierliche humanitäre Versorgung für die Menschen im Gazastreifen.

Die Reaktion der Hamas war weder eine klare Zustimmung noch eine vollständige Ablehnung des Vorschlags, den der US-Sondergesandte für den Nahen Osten, Steve Witkoff, ausgearbeitet hat und der laut Washington von Israel bereits akzeptiert wurde. Witkoff bezeichnete die Hamas-Antwort als „völlig inakzeptabel“ und warf der Gruppe vor, den Fortschritt im Friedensprozess zu blockieren. Er betonte, dass nur das ursprüngliche US-Angebot als Grundlage für weitere Gespräche in Frage komme.

Israel hingegen bleibt offiziell beim Witkoff-Plan und erklärte, Hamas halte weiterhin an ihrer Weigerung fest, dem Vorschlag zuzustimmen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu machte deutlich, dass Israel nur einem temporären Waffenstillstand zustimmen werde – mit der Option, die militärische Offensive fortzusetzen, solange Hamas nicht vollständig entwaffnet, entmachtet und ihre Führung ins Exil gezwungen sei.

Hamas wiederum befindet sich in einer zunehmend schwierigen Lage: Der Druck der leidenden Zivilbevölkerung im Gazastreifen wächst ebenso wie jener der Vermittlerstaaten. Gleichzeitig ist der aktuelle Vorschlag aus Washington weniger weitgehend als vorherige, von der Hamas bereits abgelehnte Angebote. Doch ein komplettes Nein riskiert eine erneute massive israelische Bodenoffensive, der die Hamas militärisch wenig entgegenzusetzen hat.

Die Antwort der Hamas gleicht somit eher einem Gegenangebot als einer klaren Entscheidung. Die Organisation hofft offenbar, durch zusätzliche Forderungen die Bedingungen noch zu verbessern, ohne die Verhandlungen gänzlich zu gefährden.

Angebliche Eckpunkte des US-Plans (nicht offiziell bestätigt):

  • 60-tägige Feuerpause

  • Freilassung von 28 israelischen Geiseln (lebend und tot) in der ersten Woche, gefolgt von 30 weiteren bei dauerhafter Waffenruhe

  • Freilassung von 1.236 palästinensischen Gefangenen und Rückgabe der Leichname von 180 getöteten Palästinensern

  • Humanitäre Hilfe über UN und andere Organisationen

Eskalation im Gazastreifen

Unterdessen hält die Gewalt im Gazastreifen an. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums in Gaza wurden allein am Samstag 60 Menschen getötet und 284 verletzt. Seit Beginn des Krieges am 7. Oktober 2023, ausgelöst durch den verheerenden Hamas-Angriff auf Israel mit rund 1.200 Toten und 251 Entführten, sind laut Hamas über 54.000 Palästinenser ums Leben gekommen, davon über 4.000 seit der Wiederaufnahme der israelischen Offensive am 18. März 2025.

Die Verhandlungen stehen nun auf einem heiklen Punkt zwischen einer möglichen Waffenruhe und einer erneuten Eskalation. Der Spielraum für Kompromisse scheint schmal – auf beiden Seiten.

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