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Haiangriffe

DavidClode (CC0), Pixabay
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Haiangriffe in Sydney: Experten warnen vor wachsendem Risiko

Nach dem Tod eines Zwölfjährigen infolge einer Haiattacke vor der Küste Sydneys wächst die Sorge über die Zunahme von Haiangriffen in der Region. Der Junge war vor knapp einer Woche am beliebten Shark Beach schwer verletzt worden und erlag nun seinen Verletzungen im Krankenhaus. Die Familie beschrieb ihn in einer Mitteilung als lebensfrohen und hilfsbereiten Jungen.

Der Vorfall ist Teil einer Reihe von Haiattacken, die sich in kurzer Zeit im australischen Bundesstaat New South Wales ereigneten. Innerhalb von zwei Tagen kam es laut Medienberichten zu vier Angriffen. Neben dem tödlichen Vorfall wurde ein Mann am Manly Beach schwer am Bein verletzt, ein Elfjähriger entkam knapp, als ein Hai an seinem Surfbrett zubiss, und auch in Point Plomer wurde ein weiterer Vorfall gemeldet. Einige Strände wurden daraufhin vorübergehend gesperrt.

Ursachen: Kombination aus Klima und Umweltfaktoren

Fachleute sehen eine Kombination aus klimatischen Bedingungen und Umweltfaktoren als Ursache für die Häufung der Angriffe. Besonders Bullenhaie, eine in Küstennähe aktive Art, werden derzeit vermehrt gesichtet. Laut der Meeresforscherin Dr. Rebecca Olive von der RMIT University profitierten Bullenhaie von den aktuellen Bedingungen: „Sie bevorzugen warmes, brackiges Wasser. Der starke Regen der letzten Wochen hat Süßwasser und Nährstoffe ins Meer gespült – ideale Bedingungen.“

Diese Wassermassen transportieren auch organisches Material und Abwässer, was sogenannte Köderfische anzieht – und damit auch größere Raubfische wie Haie. Durch den Klimawandel verlängert sich zudem die warme Saison, was die Aufenthaltsdauer der Haie in Küstennähe erhöht.

Statistik und Empfehlungen

Nach offiziellen Daten gab es in Australien in den letzten zehn Jahren jährlich etwa 20 Hai-Vorfälle mit durchschnittlich rund drei Todesfällen. Besonders gefährlich sind drei Arten: Weiße Haie, Tigerhaie und Bullenhaie. Haiattacken bleiben jedoch sehr selten.

Laut dem australischen Haiforscher Dr. Chris Pepin-Neff ist der Anstieg an Zwischenfällen hauptsächlich auf die wachsende Zahl von Strandbesuchern zurückzuführen: „Menschen stehen im Weg, sie sind nicht auf der Speisekarte.“ Als Schutzmaßnahmen empfehlen Experten, bei schlechter Sicht nach Regen nicht ins Wasser zu gehen und gesicherte Badezonen zu nutzen. In Sydney werden verstärkt Drohnen eingesetzt, um Haie frühzeitig zu erkennen.

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