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Günstig und vielfältig: Warum so viele Österreicher bei Temu und Shein einkaufen

stux (CC0), Pixabay
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Eine neue Studie der Johannes Kepler Universität Linz zeigt, warum asiatische Online-Plattformen wie Temu und Shein in Österreich so beliebt sind. Demnach kaufen rund 2,8 Millionen Menschen im Alter von 16 bis 74 Jahren auf diesen Plattformen ein – getrieben von niedrigen Preisen, großer Produktauswahl und intensiver Werbung.

Preis schlägt Qualität

Angesichts hoher Inflation ist der Preis für viele das Hauptargument: Für fast die Hälfte der befragten Konsumentinnen und Konsumenten war der günstige Preis ausschlaggebend für den letzten Einkauf. 40 Prozent gaben an, gezielt nach einem bestimmten Produkt gesucht und es dort gefunden zu haben.

Werbung wirkt – stark

Die aggressive Werbestrategie von Temu, Shein & Co. zeigt Wirkung: Rund 20 Prozent der Nutzer wurden direkt durch Werbung zu einem Kauf verleitet, 19 Prozent wurden neugierig und testeten die Plattform erstmals. Laut den Handelsexperten verstärkt diese „Push-Strategie“ den Einfluss der Anbieter auf den Onlinehandel massiv.

Kritik an Qualität – aber Akzeptanz überwiegt

Trotz wachsender Kritik an Umweltstandards und Produktsicherheit sehen viele Konsumenten die Qualität der Artikel gelassen:

  • 37 % empfinden sie als vergleichbar mit anderen Online-Shops,
  • 38 % als ausreichend,
  • nur 25 % halten die Qualität für nicht zufriedenstellend, akzeptieren dies jedoch wegen der niedrigen Preise.

„Drei Viertel der Käufer:innen empfinden die Produktqualität als zumindest ausreichend – bei deutlich geringeren Preisen“, so Ernst Gittenberger vom Institut für Handel, Absatz und Marketing (IHaM).

EU-Zölle könnten Wirkung verpuffen

Ab Sommer plant die EU, auf jede Bestellung unter 150 Euro einen Fixzoll von drei Euro einzuführen, um den heimischen Handel zu stärken. Doch ob das ausreicht, ist fraglich.

Christoph Teller, Vorstand des Instituts, warnt:
„Die geplanten Zölle könnten ins Leere laufen, wenn Konsument:innen lediglich auf andere ausländische Anbieter wie Amazon ausweichen – und nicht zurück zum heimischen Handel finden. Ohne ein grundsätzliches Umdenken hin zu lokalem und nachhaltigem Konsum wird sich wenig ändern.“

 

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