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Grönland zieht rote Linie: Keine US-Souveränität über Militärstützpunkte

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Grönland hat Forderungen des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump nach einer souveränen Kontrolle über US-Militärstützpunkte auf der arktischen Insel eine deutliche Absage erteilt. Eine hochrangige grönländische Regierungsvertreterin bezeichnete die Vorstellung als „rote Linie“.

Naaja Nathanielsen, Ministerin für Wirtschaft, Handel, Rohstoffe, Justiz und Gleichstellung, machte in einem Interview mit USA TODAY am 25. Januar klar: „Ein Verzicht auf unsere Souveränität steht derzeit nicht zur Debatte.“

Keine konkrete Vorlage aus Washington

Laut Nathanielsen habe die grönländische Regierung bislang keine offiziellen Vorschläge aus Washington erhalten – trotz einer Woche voller diplomatischer Spannungen, in der Trump zunächst mit Gewalt drohte, dann aber verbal zurückruderte und die Verhandlungen fortsetzen wollte.

Zuvor hatten Trump und NATO-Generalsekretär Mark Rutte auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos ein angebliches „Grundsatzabkommen“ über Grönland angekündigt – konkrete Details sind jedoch bislang unbekannt. Nur wenige Tage später herrschte sowohl in Kopenhagen als auch in Nuuk Unklarheit über den Inhalt dieser Vereinbarung.

Dänemark bleibt bei seiner Haltung

Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen erklärte am 22. Januar, dass zwar über viele Themen mit den USA verhandelt werden könne, jedoch „nicht über unsere Souveränität“. Diese Haltung teilt auch Grönlands Premierminister Jens-Frederik Nielsen, der sich entschieden gegen eine Übergabe hoheitlicher Rechte über US-Stützpunkte aussprach.

US-Basis als Streitpunkt

Aktuell unterhalten die Vereinigten Staaten nur noch eine aktive Militärbasis in Grönland: die Pituffik Space Base im Nordwesten der Insel. Etwa 150 US-Soldaten betreiben dort ein Radarzentrum zur Raketenabwehr und Weltraumüberwachung. Früher waren es über ein Dutzend Stützpunkte.

Trump hatte bereits mehrfach erklärt, dass er die vollständige Kontrolle über diese Gebiete wolle – ähnlich wie Großbritannien über seine Basen auf Zypern. „Wir werden alles bekommen, was wir wollen“, sagte er gegenüber der New York Post am 23. Januar.

In einem Interview mit Fox Business in Davos betonte Trump: „Wir werden vollen Zugang zu Grönland haben – zu allem, was wir wollen.“

NATO-Präsenz in Grönland?

Trotz der Spannungen zeigt sich die grönländische Regierung offen für eine stärkere NATO-Präsenz in der Arktis – allerdings unter Einhaltung der nationalen Souveränität. „Wir hätten damit kein Problem, solange es um die Sicherheit im arktischen Raum geht“, so Nathanielsen. Zugleich äußerte sie Sorgen über die wiederholten Drohgebärden aus Washington: „Die Angst in der Bevölkerung sitzt tief. Wir wissen nicht, ob Trump seine Meinung erneut ändert.“

Grönland bleibt damit ein geopolitischer Brennpunkt – zwischen Sicherheitsinteressen des Westens und dem festen Willen der Inselbevölkerung, ihre politische Autonomie zu verteidigen.

 

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