Die internationalen Spannungen rund um Donald Trumps Wunsch, Greenland zu übernehmen, haben beim Weltwirtschaftsforum in Davos für Aufsehen gesorgt. Doch nun äußert sich Gary Cohn, ehemaliger Top-Wirtschaftsberater des US-Präsidenten und heutiger Vizechef von IBM, mit klaren Worten:
„Greenland wird Greenland bleiben.“
In einem Interview mit der BBC machte Cohn deutlich, dass eine gewaltsame Aneignung des arktischen Territoriums – ein autonomer Teil Dänemarks und somit NATO-Mitglied – für ihn nicht vorstellbar sei. „Ein NATO-Staat, der einen anderen militärisch angreift? Das wäre eindeutig ein Schritt zu weit.“
Cohn sieht in Trumps Drohgebärden eher einen bekannten Verhandlungstrick: „Er überzieht bewusst, um später einen Deal zu bekommen.“ Tatsächlich könnte es Trump laut Cohn weniger um die vollständige Übernahme Greenlands gehen, sondern um einen größeren militärischen Einfluss oder einen sogenannten Offtake-Deal – eine Vereinbarung zur Sicherung seltener Erden.
Strategischer Rohstoffhunger
Greenlands unberührte Ressourcen, vor allem seltene Erden, sind für die USA strategisch bedeutsam – insbesondere für Technologien wie künstliche Intelligenz (KI) und Quantencomputing. Beide Bereiche dominieren in diesem Jahr auch die Agenda des Weltwirtschaftsforums. Cohn, heute bei IBM, betonte:
„AI wird Teil jeder Unternehmensstruktur werden. Gemeinsam mit Quantencomputern werden wir Herausforderungen lösen, die bisher unlösbar waren.“
Cohns Aussagen deuten darauf hin, dass wirtschaftliche und technologische Interessen der USA hinter dem politischen Säbelrasseln stehen – nicht zuletzt angesichts des wachsenden Einflusses von China und Russland in der Arktis.
Nobelpreis-Frust als Motiv?
Die Aussage von Trump, er fühle sich nach dem Ausbleiben des Friedensnobelpreises „nicht mehr zum Frieden verpflichtet“, sorgte international für Irritation. US-Finanzminister Scott Bessent wies jedoch zurück, dass persönliche Kränkungen Trumps Verhalten beeinflussten:
„Es geht um strategische Sicherheit – nicht um Auszeichnungen.“
Fazit: Während Trump weiterhin verbal eskaliert, zeigen Aussagen von Gary Cohn und anderen Wirtschaftsexperten, dass hinter dem Greenland-Konflikt tiefere geopolitische und technologische Interessen stehen – doch eine militärische Eskalation würde selbst für Trumps eigene Berater „den Rahmen sprengen“.
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