Startseite Allgemeines Goodbye Ticket – Hallo Schwarz! Warum Schwarzfahren nicht nur strafbar, sondern auch farblich fragwürdig ist
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Goodbye Ticket – Hallo Schwarz! Warum Schwarzfahren nicht nur strafbar, sondern auch farblich fragwürdig ist

Sunriseforever (CC0), Pixabay
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Die gute Nachricht zuerst: Schwarzfahren ist in Leipzig offiziell nicht mehr ganz so schlimm. Die schlechte: Es gibt immer noch Ärger, wenn man sich ohne Ticket durch die Stadt gondelt – zumindest, wenn man es zu oft tut, sich dabei danebenbenimmt oder besonders kreativ mit dem eigenen Drucker umgeht.

Doch bevor wir über §265a StGB philosophieren, stellen wir uns die wirklich wichtige Frage: Warum heißt das eigentlich „Schwarzfahren“?

Wird man dabei dunkler? Muss man sich tarnen? Oder liegt es daran, dass das Ticketkontrollgerät im Halbdunkel besonders bedrohlich blinkt? Tatsächlich stammt der Begriff vermutlich aus dem 19. Jahrhundert, als „schwarz“ für „illegal“, „heimlich“ oder schlicht „ohne Genehmigung“ stand – wie bei „Schwarzarbeit“, „Schwarzbrennerei“ oder „Schwarztee ohne Milch“. (Okay, letzteres ist erfunden, klingt aber gefährlich.)

Zurück nach Leipzig: Der Stadtrat hatte vor fast einem Jahr beschlossen, dass die LVB Schwarzfahren nicht mehr zur Anzeige bringen sollen – ganz im Zeichen sozialer Gerechtigkeit, Bürokratieabbau und vermutlich auch, weil man den Gerichten einfach nicht mehr beim Stöhnen zuhören wollte. Doch OB Jung (SPD) sagte sinngemäß: „Netter Beschluss, aber leider nicht mit dem Strafgesetzbuch vereinbar. Grüße nach Berlin.“

Und so wurde auch 2025 wieder fleißig angezeigt – über 1.200 Mal. Allerdings mit einem gewissen Fingerspitzengefühl: Wer nur mal vergisst, sein Ticket zu kaufen, kommt meist mit 60 Euro Nachzahlung davon. Wer allerdings das Ticket fälscht, zum dritten Mal in Folge schwarz fährt oder den Kontrolleur beleidigt („Sie sind nicht mal echt!“), darf sich weiter auf eine Anzeige freuen.

Trotzdem sinkt die Zahl der Anzeigen – auch dank freundlicherer Kontrolleure, die einem jetzt sogar vorher sagen, dass gleich kontrolliert wird. Das ist nett, aber auch so, als würde ein Polizist durchs Megafon rufen: „In fünf Minuten Blitzer auf der B2 – bitte lächeln!“

Fazit: Wer schwarz fährt, spart vielleicht 3 Euro, riskiert aber 60 – und eine Anzeige, wenn’s ganz dumm läuft.
Und wer sich fragt, ob das nun gerecht oder einfach nur grauzonenhaft ist, dem sei gesagt: Der Begriff Graufahren war leider schon vergeben.

In diesem Sinne: Ticket kaufen – oder wenigstens kreativ bleiben.

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