Die US-Verbündeten am Persischen Golf haben nach Beginn des Krieges zwischen den USA und Iran eine Serie von Raketen- und Drohnenangriffen abgewehrt. Während in mehreren Ländern Sirenen heulten und Explosionen gemeldet wurden, warnte US-Präsident Donald Trump, die entscheidende „große Welle“ der amerikanischen Angriffe stehe erst noch bevor. Der Konflikt werde voraussichtlich vier bis fünf Wochen dauern – könne sich aber auch deutlich länger hinziehen.
Trump: Ziele sind Raketen, Marine, Atomprogramm
Trump erklärte, die USA wollten Irans Raketenfähigkeiten zerstören, die iranische Marine „vernichten“, das Atomprogramm dauerhaft beenden und verhindern, dass Teheran militante Gruppen in der Region weiter bewaffnet. Gleichzeitig deutete er eine Eskalation an: Gegenüber CNN sagte er, die „big wave“ der US-Angriffe sei „noch nicht gekommen“.
Angriffe auf US-Partner – Botschaft in Saudi-Arabien getroffen
Während Washington eine Intensivierung vorbereitet, setzen Iran und verbündete Milizen ihre Schläge gegen US-Partner fort:
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Saudi-Arabien: Die US-Botschaft in Riad wurde nach Angaben aus informierten Kreisen von mutmaßlichen iranischen Drohnen getroffen. Das saudische Verteidigungsministerium sprach von einem begrenzten Brand und geringem Sachschaden, Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet. Später hieß es, man habe in der Region Riad und Al-Kharj acht Drohnen abgefangen.
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Bahrain: Behörden ließen Sirenen auslösen und riefen die Bevölkerung auf, Schutz zu suchen.
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Kuwait: Das Militär meldete eine „Welle“ von Raketen und Drohnen im Luftraum.
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Irak: In Erbil wurden laut Berichten mehrere laute Detonationen gehört, zudem waren Militärhubschrauber im Einsatz.
Israel greift Hisbollah-Ziele in Beirut an
Parallel dazu weitete sich die Lage im Libanon aus. Israel erklärte, man greife in Beirut Hisbollah-Kommandostrukturen und Waffenlager an. Aus der Stadt wurden Explosionen und große Rauchwolken gemeldet. Israel meldete zudem, zwei Drohnen aus Richtung Libanon abgefangen zu haben.
USA warnen Staatsbürger: „Sofort ausreisen“
Das US-Außenministerium forderte Amerikanerinnen und Amerikaner auf, den Nahen Osten „sofort“ zu verlassen. Trump sagte, die „größte Überraschung“ des Krieges seien aus seiner Sicht Irans Angriffe auf arabische Staaten in der Region. Irans Außenminister konterte rhetorisch und erklärte, das amerikanische Volk „verdiene Besseres“ und solle sich „sein Land zurückholen“ – eine Formulierung, die an Trumps eigene Appelle an die iranische Bevölkerung erinnert.
Abfangzahlen: Hunderte Raketen und Drohnen abgewehrt
Mehrere Golfstaaten veröffentlichten Zwischenstände zu abgefangenen Geschossen seit Kriegsbeginn. Demnach wurden unter anderem gemeldet:
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Kuwait: 178 ballistische Raketen und 384 Drohnen abgefangen
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VAE: 169 von 182 Raketen abgefangen; außerdem 645 Drohnen abgefangen, 44 trafen demnach dennoch Ziele im Land
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Bahrain: 70 Raketen und 76 Drohnen abgefangen
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Katar: 101 von 104 Raketen abgefangen; 24 von 39 Drohnen abgefangen; zudem Abschüsse zweier iranischer Su-24-Bomber gemeldet
Saudi-Arabien nannte zunächst keine Gesamtsumme, bestätigte aber einzelne Abfänge im Raum Riad.
Schäden auch an Kulturerbe – Golestan-Palast in Teheran betroffen
Aus Teheran wurden weitere Schäden gemeldet. Nach Angaben iranischer Medien soll der Golestan-Palast, ein UNESCO-Weltkulturerbe, bei einem US-israelischen Angriff beschädigt worden sein.
Diplomatie vor dem Krieg gescheitert
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff schilderte, die letzten Gespräche über ein Atomabkommen seien kurz vor Beginn der Angriffe gescheitert. Man habe einen zehnjährigen vollständigen Stopp der Urananreicherung vorgeschlagen und sogar angeboten, den Brennstoff zu liefern – Iran habe abgelehnt. Spätestens nach dem zweiten Treffen sei klar gewesen, dass ein Deal „unmöglich“ werde.
Proteste in den USA
In mehreren US-Städten kam es zudem zu Protesten gegen den Krieg, darunter in New York, Chicago, Portland und anderen Orten. Demonstranten wandten sich gegen eine mögliche Ausweitung und Dauer des Konflikts.
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