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GOLF Krieg

PuppypawsAZ (CC0), Pixabay
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Während Washington bereits über ein mögliches Ende des Iran-Kriegs spricht, wächst am Golf die Nervosität. Die arabischen Verbündeten der USA fürchten, dass ein vorschneller Frieden sie verwundbarer zurücklassen könnte als zuvor.

Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und andere Staaten der Region machen zunehmend Druck: Ein Waffenstillstand allein reicht ihnen nicht. Sie verlangen, dass Irans militärische Fähigkeiten – insbesondere Raketen und Drohnen – nachhaltig geschwächt werden.

Die Sorge ist konkret. Seit Beginn des Krieges hat Teheran einen Großteil seiner Angriffe nicht gegen die USA oder Israel gerichtet, sondern gegen Nachbarstaaten am Golf. Für viele Regierungen dort ist das ein Schock – hatten sie doch zuvor selbst versucht, eine Eskalation zu verhindern.

„Unsere Überlegungen enden nicht bei einem Waffenstillstand“, erklärte ein Berater des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate. Es gehe um eine neue Sicherheitsordnung in der Region – und um Garantien, dass sich solche Angriffe nicht wiederholen.

Im Zentrum der Forderungen steht Irans Raketenarsenal. Während das Atomprogramm weiterhin als Bedrohung gilt, sehen viele Golfstaaten die unmittelbare Gefahr in den konventionellen Waffen Teherans. Saudi-Arabien drängt darauf, diese Kapazitäten „so weit wie möglich“ zu zerstören.

Gleichzeitig hat sich das Machtgefüge verschoben. Iran kontrolliert de facto die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Handelsrouten für Öl weltweit. Die Blockade hat die Wirtschaft der Region schwer getroffen, in einigen Ländern kamen Energieexporte nahezu zum Erliegen.

Damit verfügt Teheran über ein Druckmittel, das auch in möglichen Verhandlungen eine zentrale Rolle spielen dürfte.

Hinter den Kulissen wächst zudem der Einfluss der Hardliner. In den Golfstaaten gilt die iranische Revolutionsgarde zunehmend als entscheidender Akteur – und als unberechenbare Gefahr. „Das ist das Iran, mit dem wir es jetzt zu tun haben“, sagt ein Analyst aus den Emiraten. Für viele sei Teheran inzwischen „Feind Nummer eins“.

Die strategischen Interessen der USA und ihrer Partner laufen dabei nicht vollständig parallel. Während Washington auch eine diplomatische Lösung anstrebt, sehen einige Staaten in dem Konflikt eine historische Gelegenheit, die Machtbalance im Nahen Osten neu zu ordnen.

Offiziell geben sich Regierungen wie Saudi-Arabien weiterhin zurückhaltend und betonen ihre Unterstützung für eine friedliche Lösung. Doch intern wächst der Druck, den militärischen Vorteil auszunutzen.

Denn die zentrale Frage lautet: Was passiert nach dem Krieg?

Ein Iran, der militärisch geschwächt ist – oder ein Iran, der trotz Konflikt gestärkt aus der Krise hervorgeht und seine Nachbarn weiter unter Druck setzen kann.

Für die Staaten am Golf ist klar: Ein bloßer Waffenstillstand wäre keine Lösung. Sondern ein Risiko.

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