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Goldrausch in den USA: Amerikaner stürmen Pfandhäuser, um Edelmetalle zu verkaufen

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Die Preise für Gold und Silber erreichen neue Rekordhöhen – und lösen in den USA eine regelrechte Verkaufswelle aus. Immer mehr Amerikaner verkaufen Goldbarren, alte Silberbestecke oder sogar geerbte Uhren, um von den steigenden Preisen zu profitieren. Für viele ist der Verkauf ein dringend benötigter finanzieller Lichtblick in einer angespannten wirtschaftlichen Lage.

Schlange stehen für den Goldverkauf

In San Francisco berichtet Seth Chandler, Inhaber von Witter Coin, dass sein Geschäft „noch nie so überlaufen war wie jetzt“. Vor dem Laden bilden sich regelmäßig Warteschlangen – bewacht von zwei Sicherheitskräften und abgesperrt mit Samtseilen, wie sonst nur vor Nachtclubs.

„Ich habe so etwas noch nie erlebt. Es herrscht regelrechte Gold-Frenzy“, sagt Chandler, der das Geschäft seit 2016 betreibt.

Der Goldpreis hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt und überschritt vergangene Woche erstmals die Marke von 5.000 US-Dollar pro Unze. Silber ist sogar um 141 % gestiegen, der stärkste Anstieg seit 1979. Diese Entwicklung lockt nicht nur Investoren, sondern auch viele Privathaushalte an, die nach neuen Einnahmequellen suchen.

Goldene Zeiten für Händler – und für Not leidende Bürger

„Wir haben mittlerweile vier- bis fünfmal so viele Kunden wie vor zwei Jahren“, berichtet Chandler weiter. Um der Nachfrage gerecht zu werden, habe er sein Personal verdoppelt. An Spitzentagen habe sein Geschäft Transaktionen im Wert von bis zu einer Million Dollar abgewickelt.

Immer häufiger sei es wirtschaftlich sinnvoller, edle Objekte einzuschmelzen, statt sie weiterzuverkaufen. So wurde kürzlich eine handgefertigte 18-Karat-Golduhr aus dem Jahr 1880 eingeschmolzen – ein emotionaler Verlust für Chandler:

„Ein wunderschönes Erbstück, wahrscheinlich handgefertigt über Wochen. Aber am Ende zählt nur noch der Materialwert.“

Silber überrascht mit rasantem Preisanstieg

Besonders Silber erlebt einen unverhofften Höhenflug. Inhaber von Pfandhäusern berichten von Kunden, die altes Silberbesteck oder Schmuck verkaufen – oft mit überraschend hohen Erlösen.

Kelly Swisher, Betreiber eines Pfandhauses in Illinois, zahlte kürzlich 6.000 Dollar für ein Silberbesteck-Set, das vor einem Jahr nur etwa halb so viel wert gewesen wäre.

Auch Seth Gold, Vizepräsident von American Jewelry and Loan in Detroit, beobachtet einen sprunghaften Anstieg an Kunden:

„Vor einem Monat kamen zwei, drei Leute pro Woche mit Silber. Jetzt sind es über ein Dutzend – jeden Tag.“

Verkauf von Erinnerungsstücken in wirtschaftlicher Not

Nicht nur Edelmetallbarren oder Münzen landen derzeit auf dem Tresen. Viele Menschen durchforsten Schmuckschatullen, Dachböden und Kommoden nach Altgold, Bruchstücken oder Zahngold.

„Ein Kunde kommt mit einer kleinen Tüte Schmuck und rechnet mit ein paar Hundert Dollar. Wenn ich ihm dann sage, es sind 850 Dollar, ist er oft überwältigt“, erzählt Swisher. „Manche fangen an zu weinen. Für sie fühlt es sich an wie ein Geldsegen.“

Was treibt die Preise?

Gold und Silber gelten als sichere Häfen in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Politische Spannungen, Rezessionsängste oder Börsenturbulenzen führen oft dazu, dass Anleger auf Edelmetalle setzen. Auch Äußerungen von Präsident Donald Trump, etwa zu Strafzöllen oder geopolitischen Ambitionen wie dem Wunsch, Grönland zu erwerben, haben in der Vergangenheit für Preisschübe gesorgt.

Banken wie Goldman Sachs oder Bank of America rechnen damit, dass der Goldpreis bis Jahresende auf 5.400 bis 6.000 Dollar pro Unze steigen könnte.

Fazit: Gold und Silber als Rettungsanker

Für viele Amerikaner ist der Boom auf dem Edelmetallmarkt mehr als nur ein Spekulationsgeschäft – er ist eine Überlebensstrategie. In Zeiten steigender Lebenshaltungskosten und wirtschaftlicher Unsicherheit werden Omas Silberlöffel und Opas Taschenuhr plötzlich zu Rettungsringen.

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