Der Goldpreis hat erstmals in der Geschichte die Marke von 5.000 US-Dollar pro Unze überschritten. Anleger fliehen in das Edelmetall – ausgelöst durch die wachsende globale Verunsicherung über US-Präsident Donald Trumps außen- und wirtschaftspolitische Eskalationen.
Seit Jahresbeginn ist der Goldpreis um rund 15 % gestiegen, nach einem historischen Anstieg von 65 % im Jahr 2025 – dem größten Jahresplus seit 1979. Auch Silber legt massiv zu und notiert bei über 107 $ pro Unze.
Was steckt hinter dem Anstieg?
Die jüngste Rallye wird durch ein Bündel geopolitischer und ökonomischer Risiken befeuert:
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Trumps diplomatischer Eklat mit NATO-Partnern über seine – inzwischen zurückgezogene – Drohung, Zölle gegen Verbündete zu verhängen, um Druck für einen Grönland-Deal aufzubauen.
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Der militärische Einsatz zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro.
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Die politisch aufgeladene Untersuchung gegen Fed-Chef Jerome Powell – ein bisher beispielloser Angriff auf die Unabhängigkeit der Notenbank.
Hinzu kommen ein schwächerer Dollar, überraschend hohe Inflation und Spekulationen über weitere Zinssenkungen durch die Fed.
„Das ist eine Flucht in Sicherheit“, sagt Analystin Rachel Lin von Global Metals Insight. „Wenn Trump wirtschaftliche Bündnisse mit dem Vorschlaghammer bearbeitet und gleichzeitig das Vertrauen in Institutionen wie die Fed untergräbt, greift der Markt reflexartig zu Gold.“
Die Rückkehr des Goldfiebers
Für Anleger, die in riskanteren Märkten zittern, ist Gold erneut das Krisenmetall der Wahl – wie zuletzt in den späten 1970er-Jahren. Damals trieben Inflation, Ölkrisen und geopolitische Spannungen die Preise in ähnliche Höhen.
„Wer Trumps Politik für kalkulierbar hält, sollte den Goldchart anschauen“, so Lin.
Der Kursverlauf spricht für sich – und vielleicht auch für das, was Märkte über das kommende Jahr denken.
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