Die Preise für Gold und Silber bewegen sich weiterhin in der Nähe ihrer historischen Höchststände. Hintergrund ist die wachsende Sorge vor einer Zuspitzung des Handelskonflikts zwischen den USA und Europa.
Am Nachmittag des 19. Januar notierte der Goldpreis bei rund 4.676,70 US-Dollar je Unze, während Silber zeitweise über 94 US-Dollar pro Unze stieg. Marktbeobachter führen die Entwicklung auf zunehmende geopolitische Unsicherheiten zurück.
Auslöser war eine Ankündigung von US-Präsident Donald Trump vom 17. Januar. Demnach plant die US-Regierung einen zusätzlichen Importzoll von zehn Prozent auf Waren aus Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden und Finnland. Trump begründete den Schritt mit dem Widerstand dieser Länder gegen eine stärkere amerikanische Kontrolle über Grönland.
Die Regierungschefs der betroffenen Staaten warnten in einer gemeinsamen Reaktion, die Zollandrohung könne die transatlantischen Beziehungen erheblich belasten und eine gefährliche Abwärtsspirale auslösen.
Während die US-Aktien- und Anleihemärkte am Montag aufgrund des Martin-Luther-King-Feiertags geschlossen blieben, kam es an internationalen Börsen zu Kursverlusten.
Edelmetalle gelten traditionell als Absicherung gegen politische und wirtschaftliche Turbulenzen. Im Gegensatz zu Aktien sind sie nicht unmittelbar von der wirtschaftlichen Entwicklung einzelner Unternehmen abhängig und unterliegen keiner nationalen Geldpolitik.
Analysten der Investmentbank Goldman Sachs erklärten in einer Einschätzung vom 19. Januar, seit Trumps sogenanntem „Liberation Day“ – den Zollankündigungen im April 2025 – hätten viele Investoren begonnen, ihre Abhängigkeit von US-Vermögenswerten zu reduzieren. Davon profitierten insbesondere Gold, andere Edelmetalle sowie Anlagen in Schwellenländern.
Rohstoffe seien derzeit ein geeignetes Mittel zur Diversifizierung angesichts geopolitischer Spannungen, so die Analysten weiter. Edelmetalle würden dabei klar gegenüber Energierohstoffen bevorzugt, da geopolitische Risiken im Goldpreis bereits stärker eingepreist seien als beim Öl.
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